Zitadellenschüler in den USA: Beeindruckt von der Gastfreundschaft

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Die Liberty Bell, die amerikanische Freiheitsglocke, zählte ebenso zu Besichtigungsprogramm der Zitadellenschüler wie die Liberty Hall, die Geburtsstätte der Vereinigten Staaten. Foto: Dirk Neumann

Jülich. Nach zwei Jahren war es wieder soweit: 20 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Zitadelle Jülich reisten jüngst in Begleitung ihrer Lehrer Mario Maintz und Dirk Neumann in die USA. Sie folgten einer Einladung ihrer Partnerschule in Collingswood, New Jersey, im Westen von Philadelphia.

Während des dreiwöchigen Aufenthaltes wohnten sie bei ihren Austauschpartnern und lernten dort das amerikanische Familienleben aus nächster Nähe kennen.

Natürlich kam dort wiederholt das Thema „US-Präsident Donald Trump“ auf. Obgleich sich die Jülicher auf Anraten ihrer Lehrer mit ihrer Meinung zurückhielten, machte die Mehrzahl der Austauschfamilien klar, dass Collingswood mit sehr großer Mehrheit demokratisch gewählt hatte. „Danach konnte ich ebenfalls offen sagen, dass ich Donald Trump nicht toll finde!“, so Katharina (16) erleichtert.

Während des Tagesausflugs nach Washington D.C. kamen die Jülicher dem US-Präsidenten auch räumlich nahe, als sie das Weiße Haus, den Amtssitz Donald Trumps, von jenseits der Sicherheitsabsperrungen sehen konnten. Das beeindruckte Philipp (16) aber nicht: „Ich dachte, dass es viel größer und imposanter sei!“ Das war wenig verwunderlich, hatten die Schüler mit ihren amerikanischen Partnern und Lehrern doch vorher das Kapitol, den Sitz der beiden Kammern des Parlamentes, besichtigt und den Supreme Court, den Sitz der rechtsprechenden Gewalt, von außen gesehen.

Gründungsort der USA

Natürlich standen auch weitere Ausflüge auf dem Programm: In Philadelphia faszinierte sie die Bedeutung der Liberty Bell, der amerikanischen Freiheitsglocke, und die Räumlichkeiten der Liberty Hall, die mit der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung als Gründungsort der Vereinigten Staaten 1776 in die Geschichtsbücher einging.

In New York City ließen sie sich von den Reklamewänden am Times Square ebenso beeindrucken wie von Ground Zero, dem Ort der Terroranschläge auf das World Trade Center 2001.

Zum Abschluss des Tages ging es zu Fuß auf die Brooklyn Bridge, die ebenso wie die Statue of Liberty als ikonisches Wahrzeichen dieser Metropole gilt. Das unterstrich im Anschluss auch Neele (17): „Dort einmal zu sein, darauf zu gehen, auf den East River und die Skyline von Manhattan zu schauen, war mein ganz persönlicher Höhepunkt in New York.“

Ein Rundgang durch Collingswood mit Empfang durch den Bürgermeister, der Besuch der örtlichen Polizei und der Feuerwehr, eine Einladung zur Kreisverwaltung in Camden inklusive Besichtigung des Schlachtschiffes USS New Jersey sowie ein Rundgang im Mütter-Museum in Philadelphia rundeten das Besuchsprogramm zur allgemeinen Zufriedenheit ab.

Es gab aber auch ausreichend Zeit, um am Unterricht ihrer Partner an der Collingswood High School teilzunehmen. Dabei gab es immer wieder erstaunte Gesichter ob der Vielfalt der Unterrichtsfächer und der dafür benötigten technischen Ausstattung der Schule: Grafisches Design, Kochen, Kreieren neuer Musik am Computer und Schulfernsehen waren wohl am exotischsten.

Gemäß der Interessen

„Eine High School ist am ehesten mit einer deutschen Gesamtschule vergleichbar“, so John Oehlers, der amerikanische Austauschkoordinator und passionierter Deutschlehrer. „Dabei legen wir besonderen Wert darauf, die Schüler gemäß ihrer Interessen für ihr späteres Leben auszubilden. Da darf es gerne einmal praktischer sein.“

Der dreiwöchige Aufenthalt ging im Fluge vorbei und war voller Eindrücke. Die Lehrer zogen eine sehr positive Bilanz: Mario Maintz, der zum ersten Mal in den USA war, imponierte besonders die Herzlichkeit der Amerikaner. Aber auch das vorgefundene historische Bewusstsein fand er beachtlich: „Zwar fehlt ihnen die Antike und das Mittelalter nach europäischem Vorbild, aber dafür sind sie sehr geschichtsbewusst hinsichtlich des 17. bis 20. Jahrhunderts. Es stimmt daher nicht, wenn man die USA auf ein Land ohne eigene Geschichte reduziert.“

Und Dirk Neumann, der zum vierten Mal den Austausch auf Jülicher Seite organisiert und begleitet hat, resümierte: „Die Schüler wären am liebsten dort geblieben und konnten sich nur unter Tränen von ihren Partnern trennen. Viele planen schon für das nächste Jahr einen privaten Besuch bei ihren liebgewonnenen Familien und neuen Freunden.“

Beide Zitadellen-Lehrer stimmten darin überein, dass der Schüleraustausch ein voller Erfolg gewesen ist.

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