Zitadellen-Schüler mit Kafka und einer Uraufführung

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Schon dieses im Tunnel der Zitadellen-Wallmauer entstandene Foto zeigt, dass die Atmosphäre in Kafkas „Der Prozess“ düster ist. Foto: Gymnasium Zitadelle

Jülich. In dichter Folge feiern die Literaturkurse des Gymnasiums Zitadelle erneut ein „Theaterfestival“, mit dem sich das Gymnasium traditionsgemäß in die Sommerpause verabschiedet. Jeweils zwei Kurskooperationen mit etwa 45 Schülern der Jahrgangsstufe Q1 bringen jeweils einen Klassiker und ein selbstinszeniertes Stück auf die Bühne.

Die Literaturkurse unter Leitung von Jana Peltzer und Ugur Ekener eröffnen den Reigen am Mittwoch, 7. Juni, sowie am Donnerstag, 8. Juni, mit Franz Kafkas inszenierten Roman „Der Prozess“. Beginn: jeweils 19.30 Uhr in der Stadthalle.

Der Bankprokurist Josef K. wird am Morgen seines 30. Geburtstages verhaftet, ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Trotz seiner Festnahme darf sich Josef K. noch frei bewegen und weiter seiner Arbeit nachgehen. Vergeblich versucht er herauszufinden, weshalb er angeklagt wurde und wie er sich rechtfertigen könnte.

Dabei stößt er auf ein für ihn nicht greifbares Gericht, und je mehr er sich damit beschäftigt, desto weiter gerät er in ein alptraumhaftes Labyrinth einer surrealen Bürokratie mit undurchsichtigen Figuren. Immer tiefer dringt er in die Welt des Gerichts ein. Gleichzeitig dringt jedoch auch das Gericht immer mehr in Josef K.s Leben ein.

Ob tatsächlich ein irgendwie gearteter Prozess heimlich voranschreitet, bleibt sowohl dem Zuschauer als auch Josef K. selbst verborgen, bis er sich ein Jahr nach seiner Verhaftung einem mysteriösen Urteilsspruch und einer Hinrichtung fügt, ohne jemals zu erfahren, weshalb er angeklagt war.

Am Dienstag, den 20., und Mittwoch, den 21. Juni, gibt es eine Uraufführung: Im Wechsel zwischen Fotodokumentation und Spielszenen begleiten die Literaturkurse von Pia Pflugfelder und Martina Sowa mit der Unterstützung von Chor und Orchester des Gymnasiums Zitadelle drei Freunde und deren Familien durch die bewegten Zeiten zwischen 1914 und 1954.

Die Spielszenen aus der Feder von Martina Sowa basieren auf Ereignissen, die sich in Kaldenkirchen nahe der holländischen Grenze und später in den besetzten Niederlanden zugetragen haben. Dass die Geschichte einer bewegenden Männerfreundschaft nicht verloren ging, ist das Verdienst von Frank Kauwertz, der in seinem Buch „Die drei Eisheiligen“ private Fotodokumente und Zeitzeugenberichte zusammengetragen hat. Einlass in die Stadthalle ist um 19 Uhr. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr. Karten für drei Euro sind für alle Vorstellungen im Vorverkauf in der Buchhandlung Fischer erhältlich.

Mittwoch, 7. Juni, und Donnerstag, 8. Juni, 19.30 Uhr, Stadthalle, Literaturkurs des Gymnasiums Zitadelle: „Der Prozess“.Dienstag, 20. Juni, und Mittwoch, 21. Juni, 19.30 Uhr, Stadthalle, Literaturkurs des Gymnasiums Zitadelle: „Die drei Eisheiligen“.

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