Zitadelle Jülich: „Baudenkmäler sind ein weicher Standortfaktor“

Von: gep
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Vor dem Neuen Rathaus: Vorstandsmitglieder des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich. Foto: gep

Jülich. Der Förderverein Festung Zitadelle Jülich, der seit 25 Jahren besteht, hat zwar „einen guten Rückhalt in der Bevölkerung“, vermisst aber kommunale Initiativen im Denkmalschutz. Das sagt der Vereinsvorsitzende Conrad Doose. Trotz aller Erfolge, die bislang verzeichnet worden sind, wenn es galt, „historische Schätze zu bewahren und touristisch zu heben“.

Das sind die Renaissance-Festung mit Schloss in Jülich, der aus napoleonischer Zeit stammende Brückenkopf an der Rur, das ehemalige Jagdschloss der Herzöge von Jülich in Hambach, das Herrenhaus der Kommende Siersdorf des Deutschen Ordens, der Palas (Wohnhaus) der Burg Engelsdorf und die Burg Nothberg in Eschweiler, modernisiert nach Plänen des herzoglichen Zitadelle-Architekten und- Baumeisters Alessandro Pasqualini (1493 - 1559).

Ein „Zukunftsthema“ sei das Neue Rathaus in Jülich, erläutert Doose. Durch die Diskussion über ein Dienstleistungszentrum sei das Gebäude am Schwanenteich wieder ins Blickfeld geraten. Das ehemalige Kreishaus, entworfen von Prof. Prof. Hans Mehrtens (RWTH Aachen) und erbaut 1951/54, habe „eine hohe architektonische Qualität“.

Es zähle zu den repräsentativsten Gebäuden Jülichs. Es habe eine „Stadttor-Funktion“ an der Grenze der Altstadt. Auf Initative des Fördervereins sei es im Mai 2012 auf den Antrag des LVR-Amtes für Denkmalpflege unter Schutz gestellt worden. Das Amt, so betont Doose, operiere bei solchen Verfahren „sehr flexibel“. Und widerspricht den Kritikern: „Der Denkmalschutz ist kein Investitionshemmnis.“

Baudenkmäler zählten vielmehr zu den weichen Standortfaktoren, die nicht ganz unwichtig für eine Einkaufsstadt seien. Und Jülich habe, so Kielhorn, schließlich als Mittelzentrum auch für das Unland eine Funktion. Es sei schade, so Doose, dass dies „der Politik nicht so am Herzen liegt“. Es gehe, um die Weiterentwicklung des „Idealstadt“-Entwurfs Pasqualinis. „es fehle für die Innenstadt ein Gesamtkonzept“. So gebe es noch nicht einmal eine Gestaltungssatzung. „Jülich macht das nicht.“

Dass es „Akzeptanz für Denkmalschutz“ gebe, dafür sei der Förderverein selbst Beweis. Die Mitgliederentwicklung sei mit 250 bis 260 beständig, die Altersstruktur derart, dass auch der Generationswechsel, „eine kritische Zeit“, bewältigt werden könne.

Die Veranstaltungen des Vereins stießen auf „große Resonanz“. Das hätten die schon alleine die acht Zitadellenfeste des Vereins bis 2006, die Wanderausstellung über die Renaisance-Residenz Jülich in über 40 Städten im In- und Ausland, darunter Berlin und Amsterdam, und die Nachfrage nach den Forschungspublikationen des Vereins gezeigt.

Der Verein habe die „organisatorische Kraft“ und einen „Fundus“ aus Mitgliederbeiträgen und Spenden, um Projekte auch mit einem vierstelligen Betrag aus Eigenmitteln anzustoßen. Dazu komme, dass der Verein auch bei überregionalen Denkmalstiftungen „einen guten Namen“ habe. „Ohne Geld geht es nicht“, bringt es Kielhorn auf den Punkt.

„Wir packen auch an“, fügt Doose hinzu. Und Hans Meyer führt das Projekt „Nördliche Wachstube“ im Brückenkopf an, das 2008 gestartet worden ist. Um die Wachstube mit Defensionsgang Besuchern zugänglich zu machen, griffen die Vereinsmitglieder zu Schaufel und Schubkarre, um Schutt abzufahren.

Der Brückenkopf bleibt aber eine Baustelle. Mit Blick auf die Feuchtigkeitsschäden der Festungsanlage „muss da mehr passieren“, lautet die Forderung.

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