Zentrale Job-com am Markt in Jülich?

Von: Volker Uerlings
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Dienstags, donnerstags und samstags ist bis zum Mittag viel los. An den anderen Tagen nicht. Vertreter der Geschäftswelt und von Vereinen fordern von der Verwaltung ein umfassendes Konzept – auch fürs Alte Rathaus (Hintergrund): v.l. Wolfgang Hommel, Ute Werner, Eberhard Graffmann, Ulrich Backhausen. Foto: Uerlings

Jülich. Dreimal die Woche stehen „op dem Maat“ in Jülich die „Buure“ – nicht nur, aber auch. An den anderen Tagen ist nicht viel los. Derzeit verhandeln Stadt Jülich und Kreis Düren darüber, die zentrale Job-com für den Nordkreis im Alten Rathaus unterzubringen. Das geschieht hinter verschlossenen Türen und dürfte dem klammen Mittelzentrum Jülich allerdings Mieteinnahmen bescheren.

Auf ungeteilte Zustimmung stößt dieses Vorhaben nicht, weil es quasi als Schnellschuss die von vielen gewünschte Konzeption zur Stärkung der Innenstadt außer Acht lässt und Fakten schafft. Eine solche Planung gibt es nicht.

Nicht nur die Geschäftsleute aus der Werbegemeinschaft und der Straßengemeinschaft Kleine Rurstraße / Grünstraße, sondern auch drei Jülicher Vereine (Stadtmarketing, Geschichtsverein, Förderverein Festung Zitadelle) fordern aber zum wiederholten Mal genau das von Rat und Verwaltung.

Vor dem aktuellen Hintergrund sagte Wolfgang Hommel: „Wir bitten darum, sich über die Auswirkungen Gedanken zu machen. Welche Konsequenzen hat es, wenn das Alte Rathaus komplett zur Jobcom wird? Nützt das der Belebung der Innenstadt und des Marktplatzes?“

Vonnöten sei ein Gesamtkonzept mit diesem Ziel: „Aus dem Marktplatz ein belebtes Zentrum zu machen – nicht nur an Markttagen.“ Durch strukturelle Probleme sei in Teilbereichen eine verringerte Attraktivität und auf Dauer eine Verelendung zu befürchten.

Die Geschäftsleute in der City sind aber darauf angewiesen, dass „Leute hierher kommen, die gern kommen und eine gewisse Kaufkraft haben“.

Die fünf Vereine und Verbände regen an, im Alten Rathaus die Teile der Verwaltung zu konzentrieren, die einen hohen Publikumsverkehr haben und „einen positiven Einfluss auf umliegende Geschäfte und Dienstleister haben“. Dann stünden zum Beispiel im Neuen Rathaus Räume leer, die für die Jobcom nutzbar wären.

Der Bereich vor dem Alten Rathaus sei bestens geeignet für eine Außengastronomie. Der Marktplatz ist einerseits durch seine Bepflanzung in der Nutzung eingeschränkt, andererseits im Winterhalbjahr dunkel. In dem Bereich der City fehle ein „ambulanter Imbiss“, wie man ihn in ganz anderen Städten finden könnte.

Geschäftswelt und Vereine regen an, Maßnahmen zu prüfen, mit denen die Fassadengestaltung beeinflusst werden könnte. Die Farbgebung und die Satellitenschüsseln sind kein schöner Anblick.

Im Doppelhaushalt 2013/14 stehen 60.000 Euro zur Verfügung, so die Innenstadt-Initiative, die zur Erstellung und ersten Umsetzung eines Konzeptes genutzt werden könnten.

Ulrich Backhausen (Straßengemeinschaft) erinnert sich gut an einen „runden Tisch“, dem eine „Prüfung ohne Denkverbote“ durch die Verwaltung folgen sollte. „Darauf warten wir schon mehr als ein Jahr.“

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