Zeit nehmen für Werke von Angelika Schneeberger und Angelika Kissing

Von: Kr.
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Gemeinsam eröffneten Angelika Schneeberger (v.l.), Helmut Kesberg, Angelika Kissing und Kirsten Müller-Lehnen die Ausstellung im Jülicher Hexenturm. Foto: Kròl

Jülich. Vor einiger Zeit hatten Mitglieder und Freunde des Jülicher Kunstvereins die Bitte geäußert, in einer der nächsten Ausstellungen noch einmal gegenständliche Kunst zu präsentieren. Dieser Bitte war der Vorstand gerne nachgekommen und beim Kooperationspartner, dem Kunstverein Frechen, hatte man auch geeignete Künstler gefunden.

„Ich bin Realistin“ sagt Angelika Schneeberger und die realistische Malerei ist ihr Markenzeichen. Seit frühester Jugend hegt sie eine Schwäche für Stillleben. Dieser Liebe geht sie auch in ihrer Malerei nach und so schafft sie, meist in Öl auf Leinwand, ab und an auch in Pastell oder Bleistift, wunderbare Stillleben in akribisch feinen Ausführungen. Keine Stickerei ist ihr zu fein, keine Oberfläche zu strukturiert, um sie nicht wiederzugeben. Dabei geht sie noch ein Stück weiter und hält den Lichteinfall, den Schattenwurf, jeden Faltenwurf fest. Wie zufällig wirken ihre Motive, doch sind sie sorgfältig arrangiert. Mal ist es das ungemachte Bett mit roten Handschuhen, die wie vergessen im Hintergrund liegen, mal die Melone, oder Kirschen in einer Schale. Exterieurs liefern ihr ebenfalls wunderbare Motive.

Es sind meist Gegenstände aus ihrem Alltag, die sie inspirieren. So entstand in jüngster Zeit eine Schwarz-weiß-Serie mit Gegenständen aus ihrem Atelier wie beispielsweise eine Emailleschüssel, ein Kaffeebecher oder die Farbtube. Schwelgt sie in ihren älteren Arbeiten buchstäblich in Farbe, reduziert sie diese Serie auf ein Minimum, was ihr eine große Tiefe verleiht. „Gäbe es den Hexenturm nicht, hätte man ihn eigens für diese Ausstellung bauen müssen“, erklärte Kirsten Müller-Lehnen, die Vorsitzende des Jülicher Kunstvereins, bei der Eröffnung der Ausstellung „Nichts ist außerhalb“.

Dies gilt nicht nur für die Arbeiten der Malerin Angelika Schneeberger, sondern im besonderen Maße für ihre Mitstreiterin, die Keramikkünstlerin Angelika Kissing. Sie hat in einem jahrelangen Prozess neue Verfahren entwickelt und so bringt sie Lithografien, Fotos, Zeitungsausschnitte und vieles mehr, was sie im Laufe der Jahre für ihr Leben bezeichnend findet, auf ihre meist kubischen Keramiken. Sie erinnern an Häuser oder Würfel, die sie mit diesen Fragmenten versieht und anschließend in einem speziellen Verfahren brennt.

Auch ihre Torsos erzählen allesamt eine Geschichte und kommen in den Nischen des Turmes wundervoll zur Geltung. Im Turmzimmer selbst hat die Künstlerin eine Reihe antik anmutender kleiner Figuren angeordnet, die mit erhobenen Armen an Tänzerinnen denken lassen, deren Körper nahezu identisch sind, aber deren Gesichter allesamt einen anderen Ausdruck tragen.

„Für beide Künstlerinnen und ihre Arbeiten müssen Sie sich Zeit nehmen. Es gibt viel zu entdecken“, erklärte Helmut Kesberg vom Kunstverein Frechen, der die Objekte und Installationen von Angelika Kissing sowie die Bilder von Angelika Schneeberger den zahlreichen Gäste näher brachte. Die Ausstellung ist bis zum 29. März im Jülicher Hexenturm zu sehen.

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