Aldenhoven - Zeit der Enthaltsamkeit endet am 28. Juli

Zeit der Enthaltsamkeit endet am 28. Juli

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Über den Ramadan gaben Auskunft: Halime Denize-Altin (v.l.), Dursum Demirtas, Saniye Jener, Huriye Pilig, Emine Cetinkaya, Hodcha Muhammet Ali Yener und Vorsitzender Rahmi Demirtas. Foto: Mengel-Driefert

Aldenhoven. ...und esst und trinkt, bis ihr in der Morgendämmerung einen weißen von einem schwarzen Faden unterscheiden könnt! Hierauf haltet das Fasten durch bis zum Erscheinen der Nacht!“ Koran: Sure 2, Vers 187.

Etwa vier Millionen Muslime leben in Deutschland und begehen in diesen Tagen den Fastenmonat Ramadan. 30 Tage lang dürfen Gläubige von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nicht Essen und Trinken. So auch die Mitglieder der islamischen Gemeinschaft in Aldenhoven.

Schlechte Gewohnheiten ablegen

Doch geht es nicht nur um Enthaltsamkeit im Essen und Trinken, das Ramadanfasten ist wesentlich umfassender: Schlechte Gewohnheiten sollen abgelegt und respektvoll miteinander umgegangen werden, sagt Muhammet Ali Yener, Imam der Ditib-Suleymaniye Moschee in Aldenhoven. Der Religionsbeauftragte der Türkisch-Islamischen-Union der Anstalt für Religion, in der türkischen Übersetzung kurz Ditib genannt, gibt Auskunft, spricht in türkischer Sprache und wird von Halime Deniz-Altin und Emine Cetinkaya übersetzt.

Er erklärt: Im Ramadan gehe es vor allem um das Maß halten, auch aus gesundheitlichen Gründen. Genauso wie das Essen und Trinken seien das Rauchen und der Geschlechtsverkehr verboten. Und: Wer fastet, Hunger und Durst spürt, könne nachempfinden, wie sich Menschen in Armut fühlen. Eine Erfahrung, die viele Muslime bewegt, im Monat Ramadan an Bedürftige zu spenden.

Das Fasten gehört zu den religiösen Pflichten im Islam. Nach fast 18 Stunden der Enthaltsamkeit darf, zum Sonnenuntergang, gegessen werden. Die Familie kommt mit Freunden zusammen, es wird gemeinsam gespeist, gefeiert und im Anschluss gebetet. Auch Andersgläubige seien herzlich willkommen.

Der Zeitpunkt ist minutengenau berechnet und in einem Kalender festgeschrieben. Wer eine Minute zu früh mit dem Essen beginne, für den sei der Tag umsonst gewesen, sagen Dursum Demirtas und Saniye Jener. Der Tag muss wiederholt werden. „Der Kalender ist zu 100 Prozent genau“, bestätigt der Vorstanvorsitzende der rund 8000 Mitglieder starken Gemeinde, Rahmi Demirtas. Er zeigt auf eine digitale Tafel in der Moschee. Auch hier sind Uhrzeiten zu lesen. Allerdings liege die Zuverlässigkeit dieser Anzeige nur bei 98 Prozent,

Jeder Schluck ist ein Genuss

Die Muslime beginnen den Fastenabschluss mit leichter Kost, mit Datteln, Oliven und Wasser. So kann sich der Magen langsam an die Nahrungsaufnahme gewöhnen. Nach Stunden der Entsagung ist das ein Genuss und Dursum Demirtas sagt: „Ich genieße jeden Schluck“. Anschließend beginnt eine umfassendere Mahlzeit. Ein gemeinsames Abend- und Ramadangebet schließt sich an. Vier Stunden später erfolgt eine zweite Mahlzeit, bevor die Morgendämmerung wieder einsetzt und der Kreislauf von vorne beginnt.

Obwohl das Einhalten des Ramadans zu den religiösen Pflichen eines Muslims gehört, gibt es Ausnahmen in besonderen Lebenssituationen. Schwangere und menstruierende Frauen, Kinder bis zur Pubertät, Kranke, Reisende und ältere Menschen sind vom Fasten befreit. Doch sollten, wenn möglich, die fehlenden Tage nachgeholt werden.

Ist es schwierig, diese lange Zeit der Enthaltsamkeit durchzuhalten? „Die ersten zwei bis drei Tage schon“, sagt der Vorsitzende Demirtas, dann gewöhne man sich daran. Im Grunde spiele sich das Fasten im Kopf ab und Gott helfe, über den Tag zu kommen.

Am Montag, 28. Juli, feiern die Muslime das große Ramadanfest. Es dauert drei Tage lang. In Aldenhoven beginnt es frühmorgens mit einem Feiertagsgebet in der Moschee und anschließendem Frühstück. Dann wird in den Familien weiter gefeiert.

Neue Kleidung und Geschenke

Damit sich auch die Kinder auf das Fest freuen können, kaufen die Eltern ihnen neue Kleidung und überreichen Geschenke. Auch die ältere Generation wird mit Aufmerksamkeiten bedacht. Die Kinder laufen von Tür zu Tür, küssen die Hand der Erwachsenen und erhalten Bonbons oder Geld. Freunde, Verwandte und Nachbarn werden ebenfalls besucht.

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