„Zehner” sehen Licht am Ende des Tunnels

Von: Kr.
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Millionär wurde Michael Lingn
Millionär wurde Michael Lingnau zwar nicht, doch mit Hilfe von Rudi Frischmuth und Heinz Osenberg gelang es ihm, bei einem Quiz die Kasse des Vereins aufzufüllen. Die Fragen stellte Schirmherr Uwe Willner.

Jülich. Die große Zehnerfamilie feierte runden Geburtstag, zwar mit zwei Jahren Verspätung, dafür aber umso gelöster. Wie kaum ein anderer Verein hat der SC Jülich 1910/97 Höhen und Tiefen, Siege und Niederlagen erlebt und so langsam steigt er wie Phönix aus der Asche wieder empor.

Die älteren Gäste erinnerten sich noch gut an die Zeit, als Jülich10 dreimal hintereinander - 1969,e_SSSq70 und e_SSSq71 Deutscher Fußball-Amateurmeister wurde und im vierten Jahr erst im Halbfinale nach Elfmeterschießen ausschied. Bis in die Oberliga stieg der Verein 1978 auf, wo er bis 1996 spielte. Auch im DFB-Pokal mischten die Herzogstädter in den „goldenen Jahren” kräftig mit, stellte manch höher spielenden Mannschaft ein Bein und behauptet sich gar nicht schlecht gegen Bundesligisten wie Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und anderen.

Zwei Insolvenzen

Dann stürzte der Verein ab. Es kam zur Insolvenz und den SC Jülich 1910 gab es nicht mehr. Dafür wurde der SC Jülich 1910/97 mit neuem Vorstand gegründet. Mit der ersten Mannschaft aber ging es sportlich weiter bergab bis in die Bezirksliga. 2008 erfolgt der nächste Schlag: Zum zweiten Mal musste der Verein Insolvenz anmelden und ein neuer Vorstand mit Michael Lingnau an der Spitze nahm die Arbeit auf. Den Verein aus der finanziellen Misere zu führen, war oberstes Gebot und außerdem setzte der Vorstand alles daran, das Image aufzupolieren und den SC Jülich 1910/97 wieder ins Bewusstsein der Jülicher Bürger zu rücken.

„Wir sind gerne Zehner”

Die „Zehner” sind auf dem besten Weg, das wurde vor allem beim Festkommers zur verspäteten Jubiläumsfeier deutlich. „Ich bin gerne Zehner - Wir sind gerne Zehner”, so begrüßte Vorsitzender Michael Lingnau die zahlreichen Gäste im Festzelt, dass im Karl-Knipprath- Stadion aufgeschlagen worden war. „Der SC Jülich 1910/97 ist nicht irgendein Verein. Er steht für Ruhm und Ehre, Absturz und Niederlage, Freude und Tränen. Die einen lieben ihn, die anderen nicht. Wir feiern hier Deutschlands erfolgreichsten Amateurverein”, bekundete er. Er ging auch kurz auf die Wende ein, die seit 2008 eingeläutet worden ist, denn Nachhaltigkeit und Beständigkeit seien Tugenden, die heute bei den Zehnern groß geschrieben würden.

Er wies auch auf die Jugendarbeit hin, die seit jeher groß geschrieben werde. Die legendären Zehnerfrösche waren Thema und heute ist auch die Jugendabteilung wieder auf einem guten Weg. Mit dem 6. Platz, den die 1. Mannschaft in der Kreisliga C belegt, ist zwar nicht viel Staat zu machen, doch auch hier ist Lingnau zuversichtlich, dass es weiter nach oben gehen wird. Er dankte außerdem Uwe Mock, der gleichzeitig die Feierstunde moderierte, und Günter Kuhn für die Erstellung einer umfassenden und gut gelungenen Festschrift. „Es ist das Hochgefühl der Gemeinsamkeit, das wir heute feiern”, schloss er.

Dr. Nieveler erinnert sich

In seiner Festansprache ging Dr. Peter Nieveler, der in der Zeit der größten Krise für eine kurze Zeit den Verein als Vorsitzender geführt hatte, auf persönliche Erinnerungen zurück. Er erzählte von den Fahrten zu den großen Spielen im Rahmen der Amateurmeisterschaft, erinnerte sich an alte Spieler, als der Fußballplatz noch am Wallgraben lag und etliches mehr. Und er erinnerte an Karl Knipp-rath, der wohl wie kein anderer den Verein prägte.

Die Bedeutung, die der Sportclub für die Stadt und vor allem die jungen Menschen hat, strich Bürgermeister Heinrich Stommel heraus. Er erinnerte auch an die Gründerväter und die damalige Zeit mit Auszügen aus dem Regelwerk des DFB. Gut konnte man daran erkennen, wie sich doch die Zeiten geändert haben.

Die Schirmherrschaft der Jubiläumsfeiern hatte der Uwe Willner, Vorstandsmitglied der Sparkasse Düren, wörtlich genommen. Mit einem großen Schirm, der allerdings mit Geldscheinen geschmückt war, trat er ans Mikrofon. Doch so ohne weiteres rückte er das Bargeld nicht heraus. In bester Jauch-Manier musste Michael Lingnau, unterstützt vom stellvertretenden Landrat Rudi Frischmuth und seinem zweiten Vorsitzenden Heinz Osenberg, die Scheine erst verdienen. Das Trio schaffte es mit Bravour und beantworteten alle Fragen rund um den Fußball richtig.

Die Glückwünsche des Fußballkreises Düren überbrachte der stellvertretende Vorsitzende Willi Gehlen. Neben den obligatorischen Geschenken hatte er auch einige Ehrennadeln dabei. Die Goldene Auszeichnung erhielten Arno Dombrowa, Wolfgang Felske, Jürgen Hennes, Peter Kosprd, Gert Marx, Eugen Nieveler und Hans Scheiba. Silber ging an Peter Schmitz und Martin Schulz. Bedauerlicherweise waren eine Reihe der zu Ehrenden nicht anwesend.

In der Vergangenheit schwelgte auch Ehrenvorsitzender Matthias Hellmann. Gerne erinnerte er sich an die Zeit nach dem Krieg, als er selbst in der A-Jugend spielte.

Gesang und Tanz

Ein buntes Rahmenprogramm, an dem der Männergesangverein Jülich sowie die Starlights der KG Rursternchen beteiligt waren, lockerte den Festakt auf. Zudem machte das Kinderdreigestirn dem Geburtstagskind seine Aufwartung und Marc Muckel sang noch einmal sein Jülich 10-Lied, ehe die Festgemeinde zu vorgerückter Stunde auseinanderging.
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