Jülich - Zehn Jülicher Künstler üben Konsum-Kritk

Zehn Jülicher Künstler üben Konsum-Kritk

Von: ptj
Letzte Aktualisierung:
Konsumkritische Vernissage: Se
Konsumkritische Vernissage: Sechs der zehn ausstellenden Künstler posieren mit Bereichsleiterin Karin Pütz und Initiatorin Dr. Tanja Grüdl vor den Kunstwerken. Foto: Jagodzinska

Jülich. Im Vorfeld der Jülicher Projektwochen „Konsum um jeden Preis?”, die die Auswirkungen unseres Konsumverhaltens aufzeigen und zu Alternativen anregen will, eröffnete Bereichsleiterin Karin Pütz in der Sparkasse am Jülicher Schwanenteich eine themenbezogene Begleitausstellung.

Die Laudatio hielt Initiatorin Dr. Tanja Grüdl. Da die Kunst ein bewährtes Medium der Aufklärung ist, hatten sich die Projektleiter an die lokale Kunstszene gewandt mit der Bitte, sich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen. Zehn Künstler kamen dem Aufruf nach.

Die abwechslungsreiche Ausstellung ist sehenswert: Zeichner und Grafiker Jens Dummer verbildlicht in seinen Exponaten gesellschafts- und konsumkritische Aphorismen berühmter Autoren in drastischer Darstellungsweise.

Günter Jagodzinska macht mit Malerei und Fotografie auf Missstände aufmerksam. Den Missbrauch am Geschenk der Schöpfung beklagt er etwa in einer Collage aus einem Gedicht auf einer verfremdeten Fotografie.

Fernab unserer gewohnten Konsumwelt entstand eine Keramik von Dr. Nicole Hilbrandt - bei einer Zen-Meditation.

Veronika Hüpgen konfrontiert den Betrachter ihrer großformatigen Gemälde in eindeutiger Darstellungsweise mit den Aspekten Kinderarbeit, Überdüngung der Meere und Müllschwemme.


Martin Marquardt bedient sich der Digitalfotografie als künstlerisches Medium. Als Motiv dient ihm hier der allgegenwärtige Müll, achtlos in die Landschaft geworfen. Mittels der Nachbearbeitung am Computer wird das unansehnliche Motiv mit einer gewissen Ästhetik verfremdet, die Interesse erweckt.

Abfall in Form von Blechdosen spielt auch eine Rolle in den Bildern der Malerin und Grafikern Dr. Mirjana Stein-Arsic. Sie deutet in ihren Radierungen eine Dreidimensionalität an, die den Betrachter stutzen lässt und zur näheren Betrachtung animiert. Voller Farben ist das Werk „Verschwendung” aus Acryl und Aluminiumfolie auf Leinwand.

Nicht weniger Aussagekraft haben kleinformatige Bilder, wie die Bilderserie von Bina Theisen unter Beweis stellt. Mit Aquarellfarbe, Tusche und Ölkreide füllt sie ihre Bilder mit schockierenden Inhalten wie etwa der Profitgier, die „über Leichen geht” voll aus. „Kaffee um jeden Preis” ist ein Bild der Malerin und Glaskünstlerin Karin Uhlenbruck überschrieben.


Der Deutschen liebstes Genussmittel verbreitet in den Produktionsländern kaum Freude, ist die Aussage. In einer Collage greift die Künstlerin auch die jüngste Nuklearkatastrophe in Fukushima auf, als Folge des stetig wachsenden Energiebedarfs. Gold- und Silberschmied Gerd Frank und Elke van Balen, die eine „Kreative Schneiderwerkstatt” ihr Eigen nennt, gehen alternativ einen Schritt nach vorne in die Recycling-Kunst: Frank arbeitet vornehmlich mit Altgold und -silber und kreiiert sie zusammen mit Naturfundstücken wie versteinerten Pottwalknochen, Hölzern und Kieselsteinen zu einzigartigen Skulpturen und Bildern.

Elke van Balen schafft mittels gut erhaltener Stoffreste attraktive neue Kleidungsstücke. Zur Ausstellungseröffnung trug sie eine hübsche, aus Krawatten gefertigte glänzende Weste. Die Ausstellung ist noch bis zum 30. September zu sehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert