Zehn Bands unterschiedlicher Prägung in zehn Kneipen

Von: ptj/jago
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Von süß bis feurig zeigte sich das Trio „Sweet Village“ in der Pulvermühle. Schnell formierten sich die ersten Tanzpaare. Foto: Jagodzinska
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„King Porter“ zogen ihre Gäste mit Rockabilly, Country, Rockn‘ Rolle und Blues in der überfüllten „Gloria Schänke“ in ihren Bann. Foto: Jagodzinska
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Busfahrer Hardy Hobeck hatte seinen 30-Sitzer-Pendelbus nach eigener Aussage „immer gut gefüllt“. Foto: Jagodzinska

Jülich. Trotz Dauerregens herrschte Großstadtflair in der Herzogstadt. Den ganzen Samstagabend bis in die Nacht hinein zogen Gruppen Musikinteressierter per pedes oder mit dem kostenlosen Pendelbus von Kneipe zu Kneipe.

Dieser verfügt über 30 Sitzplätze und war laut Fahrer Hardy Hobeck „immer gut gefüllt“. Die zweite Auflage der musikalischen „Nacht der Nächte“ war erneut ein Volltreffer. Das bestätigten auch Daniel Ruyer aus Leeuwarden in Holland, der nach eigenem Bekunden extra zur Kneipennacht angereist war, und Claire Wrick aus der Kleinstadt Selby in England, die eine vergleichbar große Veranstaltung zu Hause nicht kennt. Der gestaffelte Zeitplan und die eine Eintrittskarte für alle Konzerte boten die Möglichkeit, sukzessive alle zehn Lokale aufzusuchen. Viele Gäste fanden sich aber in von ihnen bevorzugten Kneipen ein, um die jeweils auf das Ambiente der Gaststätte abgestimmte Band anzuhören.

Einer von ihnen war Jürgen Wichmann aus Krauthausen, der Karten für sich und seine Frau an der Abendkasse kaufte. Er wollte zunächst die Band sehen, die er als einzige aus der Erstauflage kennt, nämlich das Duo „Kuprat & Haggeney“, die mit Acoustic Rock‘n Roll-Cover-Songs voller Herzblut ihre Zuhörer im „Café Sole mio“ - und aus Platzgründen im Vorzelt – in ihren Bann zogen.

Als zweites Lokal hatte Wichmann wegen der Atmosphäre den Irish Pub gewählt, als drittes den Kuba, weil dort „genug Platz ist“. Apropos Platz: Für Kontaktphobiker war „Jülich Live“ eher ungeeignet, denn die meisten Lokale waren überfüllt und aufgeheizt. Auch die größeren Lokalitäten waren gut gefüllt bis brechend voll. So meinte ein Besucher beim Auftritt der „Los Rumberos“ im Kuba: „Wow, das sind ja sogar zur Band passende karibische Temperaturen“.

Kräftiges Kopfnicken

Den Startschuss zur Großveranstaltung gab „Im Fuchsbau“ die mitreißende Rock- und Pop-Cover-Band „Kite“ mit individueller Note und ungewöhnlicher Bandbreite. Zeitgleich gingen eine Stunde später drei Bands an den Start: Die drei wilden dynamischen Vollblutmusiker „King Porter“ fesselten in der „Gloria Schänke“ ihre im Rhythmus mit den Köpfen nickenden Gäste mit Klassikern aus Rockabilly, Country, Rock‘n Roll und Blues und einer Prise Irish Folk, inspiriert von der Musik der 40er und 50er Jahre.

Kontrabassist Chuck Shoker setzte auch optisch noch einen drauf, wusste er doch sein Instrument kurzzeitig auch über dem Kopf zu spielen. Heißer Live Latino-Groove war in der Kuba-Kneipe zu hören. „Los Rumberos“ spielten nicht nur Salsa, sondern auch Merengue, Bachata, Cha-Cha-Cha, Son, kubanische Musik, Boleros und Reggaeton. Mit Beat der 60er im Starclubsound warteten „The Skakers“ im „Top Ten“ auf. Ihre großartig gespielte Coverversion des Top-Hits der Spencer Davies Group „Keep On Running“ rockte nicht nur den Saal, sondern passte als Motto bestens zur Gesamtveranstaltung.

Eine Stunde später griffen wiederum drei Bands zeitgleich zu ihren Mikros und Instrumenten: Ein Rockcover-Wunschkonzert der Extraklasse spielte das Duo „Fortyfour“ im Lynch‘s Irish Pub. Hierbei kreierte Frank Müller mit seinem Keyboard einen kompletten Bandsound, Sänger Marcel Köllermeiers Stimme ähnelte verblüffend der von Phil Collins. Oldies, Schlager, Tanz- und Karnevalsmusik, von süß bis feurig brachte das Trio „Sweet Village“ in der „Pulvermühle“ mit viel Spielfreude zu Gehör. Sehr schnell formierten sich die ersten Tanzpaare.

Bis in den frühen Morgen

Ins Café „Liebevoll“ passten Soul, Rock und Blues unplugged mit dem hochkarätigen „Soulmatic Acoustic“-Trio. Als die Zuhörer die Frage, ob sie „fix und fertig“ seien, verneinten, meinte Leadsänger Werner Hammer schmunzelnd „aber gleich“ und legte mit dem Rockklassiker „Radar Love“ von Golden Earring los. In der relativ neu eröffnete Bierbar „Wilhelm‘s“ spielten die „Rocket Boys“ mit Sängerin Joy unplugged „Top of the pops“. Mit vierstimmigem Gesang und musikalischer Klasse reiste das Quartett durch die letzten 50 Jahre der Rock- und Pop-Geschichte. Abschließend wurde im Saal des Kuba bis etwa 3 Uhr morgens ausgelassen zum pulsierenden „finest Partymix“ von „Beatify“ gefeiert.

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