Jülich - Wunderbarer Konzertabend beim Collegium Musicum Jülich

Wunderbarer Konzertabend beim Collegium Musicum Jülich

Von: ptj
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Das Collegium Musicum Jülich bot ein erstklassiges weiteres Winterkonzert im Rahmen der Konzertreihe zum 75. Bestehen. Foto: Jagodzinska
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Star des Winterkonzerts: Der portugiesische Klaviervirtuose Vasco Dantas begeisterte die Zuhörer im voll besetzten PZ.

Jülich. Klarinette und Horn erklangen, Geigensaiten schwangen im Flageolett. Im pittoresken Orchesterwerk „Steppenskizze“ von Alexander Borodin, komponiert aus Anlass des silbernen Thronjubiläums Alexanders II., verbinden sich die russische und die orientalische Welt in der endlosen Weite der asiatischen Steppe zu einer gemeinsamen Harmonie.

Die Zuhörer im voll besetzten Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums Zitadelle lauschten still dem 1880 noch fremden, aber friedlichen russischen Lied und dem musikalisch nachempfundenen Getrappel von Pferden und Kamelen, die sich aus der Ferne näherten, an ihnen vorbeizogen und sich wieder entfernten. Mit diesem Stück eröffnete das „Collegium Musicum Jülich“ (CMJ) unter dem Dirigat von Peter Sauerwein sein brillantes zweites Winterkonzert im Rahmen der Feierlichkeiten zum 75-jährigen Bestehen.

Wie Vorsitzender Elmar Achenbach betonte, widmet der Jubilar seine Festschrift Georg Bischof, der 34 Jahre lang die musikalische Entwicklung des CMJ wesentlich prägte und im Jubiläumsjahr 100 Jahre alt geworden wäre. Ferner dankte Achenbach den vielen Sponsoren, durch deren Unterstützung der wertvolle alte Bechstein-Flügel nun wieder konzertfähig ist. Er steht im PZ des Gymnasiums nicht nur dem Collegium Musicum zur Verfügung, sondern auch der begabten musikalischen Jugend. Zum Erklingen brachte ihn der Star des Abends, der portugiesische Pianist Vasco Dantas.

Meisterhaft interpretierte er in sinfonischer Einheit mit dem Collegium Musicum das romantische Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll, op. 18 von Serge Rachmaninow mit seinen sich stetig steigernden emotionalen Passagen und virtuosen Akkordketten – besonders im zweiten Satz. Dann wurde er begeistert gefeiert, der Applaus wollte kein Ende nehmen.

Der Starpianist, der an der Musikhochschule Münster studiert, kündigte in deutscher Sprache seine heitere Zugabe an. Es handelte sich um ein selbst komponiertes Geburtstagsständchen, in das die Melodie des beliebten Liedes „Zum Geburtstag viel Glück“ geschickt eingearbeitet ist. „Für einen 75-Jährigen ziemlich flott“, betonte Achenbach augenzwinkernd. Wieder erntete Dantas donnernden Applaus und Blumen.

Tschaikowski-Sinfonie

Die zweite Konzerthälfte war ganz dem dritten Orchesterwerk gewidmet, der melodienreichen Symphonie Nr. 1 Op. 13 „Winterträume“ in vier Sätzen, die erste Sinfonie von Peter Iljitsch Tschaikowski. Das rund 45-minütige Stück war für die Instrumentalisten zweifelsohne die größte Herausforderung des Abends, die aber scheinbar mühelos gemeistert wurde. Als melancholisches Hauptthema ist der Traum von einer Winterreise angelegt. Sie erklang vor dem Tremolohintergrund der Violinen, aufgegriffen von tiefen Streichern. Sanft und gedämpft erschien im zweiten Satz das Land der Öde und der Nebel im Viervierteltakt. Den Mittelteil des dritten Satzes bestimmte ein Orchesterwalzer, zwei heftige Tutti-Orchester-Schläge beendeten den Traum. Der letzte Satz begann im düsteren Moll, das Tempo steigerte sich, bis das markante Hauptthema fröhlich in G-Dur ertönte.

Kräftiger Schlussapplaus belohnte die Musiker eines wunderbaren Konzertes in Jülich.

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