Radarfallen Bltzen Freisteller

Workshop: Erkennen von Linnichs Chancen

Von: Kr.
Letzte Aktualisierung:
10276769.jpg
Jan Siebenmorgen (r.) von der Planungsgruppe MWM stellte mit Monika Beaujean und Thomas Leufen ihr Konzept zur Mobilität und öffentlichen Raum vor. Foto: Kròl
10276774.jpg
IHK-Bürgerwerkstatt. Mit den Städteplanern Boris Foki (stehend links) und Julian Rohrsen wurde eifrig diskutiert

Linnich. „Der Mann, der den Berg abtrug, war derselbe, der anfing, kleine Steine wegzutragen“, wusste bereits der chinesische Philosoph Konfuzius um 500 v. Chr. Ähnlich geht es derzeit auch der Stadt Linnich, dem Planungsbüro MWM Planungsgruppe MWM Aachen, Städtebau und Verkehrsplanung, dem Verein „Wir in Linnich“ und den Bürgerinnen und Bürger Stadt Linnich.

Sie alle bemühen sich im Rahmen des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) aktiv an der Zukunftsgestaltung der Innenstadt mitzuwirken und aus vielen Mosaiksteinen ein schlüssiges Konzept zusammenzusetzen.

Mit dem IHK wird sich die Stadt Linnich um Städtebaufördermittel von Bund und Land bewerben. Die Vorbereitungen (wir berichteten) gingen nun mit einem offenen Diskussionsaustausch mit der Bürgerschaft, in die heiße Phase. Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Wolfgang Witkopp gab Jan Siebenmorgen vom Planungsbüro MWM nochmals eine Einführung in die Bürgerwerkstatt. Dann ging es zur eigentlichen Bestandsanalyse und thematischen Vertiefung.

Es wurde sehr schnell deutlich, dass die Linnicher der Schuh gehörig drückt. „Linnich hat keine Identität und somit meiner Meinung nach keine Zukunft“, betonte ein Ur-Linnicher. „Linnich ist eine sterbende Stadt, ich hoffe dass wir heute etwas bewegen können“, meinte eine Bürgerin. Aber es gab auch andere Stimmen wie „Viele haben Linnich aufgegeben – wir nicht.“

Im weiteren Verlauf des Tages wurden Zielvorstellungen herausgearbeitet. Bei der Fülle der Vorschläge mussten die Beteiligten natürlich Prioritäten setzten. Rund 70 Bürgerinnen und Bürger hatten auf Einladung der Initiatoren, mit professioneller Unterstützung, in der Linnicher Realschule, die Köpfe zusammen gesteckt und über vier verschiedene Themenfelder diskutiert. Wie zum Beispiel Reduzierung der Verkehrsbelastung, Verbesserung des Wohnumfeldes, Stärkung des Einzelhandels; Tourismus und Wirtschaftsstandort und Stärkung im Bildungs- und Kulturbereich. Vieles wurde unter die Lupe genommen um das Stadtbild attraktiver zu gestalten.

Innenstadt besser vernetzen

Ein wichtiger Punkt war, die Verkehrsbelastung zu reduzieren und gleichzeitig den Binnenverkehr nicht beeinträchtigen. Dazu gehören unter anderem geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen und Stärkung des Umweltverbundes wie fußgänger- und radfahrerfreundliche Strukturen. Das Stadtcarré soll aufwertet und die Innenstadt muss besser vernetzt werden. Dazu gehört auch den Kirchplatz und den Altermarkt offener zu gestalten, dazu sollen Parkplätze verlagert werden. Es gab Anregungen die Leerstände an Geschäftslokalen sinnvoll zu nutzen. Zum Beispiel Glaskünstler anzusiedeln und, da die Stadt nicht nur ein Glasmalereimuseum besitzt, sondern auch eine große Glasmalerei-Werkstatt, Linnich als Glaskunststadt zu präsentieren. Oder hinter den alten leeren Fassaden Wohnraum für junge Familien zu schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Jugendbetreuung. Hier kam unter anderem der Vorschlag ein Repair Café auf dem Gelände der ehemaligen BPA IV zu errichten.

Auch wenn die Anfangsstimmung eher gedämpft war, wurde im Verlauf der Veranstaltung deutlich, dass bei näherer Betrachtung die Stadt echte Chancen hat. Die einhellige Meinung war: Es liegt noch viel Potenzial brach.

Die vier Arbeitsgruppen arbeiteten sehr engagiert, hatten viele konstruktive Ideen. „Das war heute eine Veranstaltung auf inhaltlich hohem Niveau, sie war zielgeführt und die Teilnehmer waren sehr gut vorbereitet, wir sind wieder einen Schritt weiter gekommen“, zog Jan Siebenmorgen nach der mehr als sechsstündigen Klausur ein erstes Fazit. „Wir haben heute gute Ergebnisse erzielt, die wir für unser Konzept benötigen. Auch weiterhin ist die Meinung der Bürger gefragt“, fügte Bürgermeister Wolfgang Witkopp hinzu. Im Frühherbst folgt der nächste Schritt mit dem Ziel- und Maßnahmenkonzept mit Bürgerforum. Anregungen aus der Bürgerschaft können in Bürgerboxen die im Stadtgebiet zu finden sind oder über ein E-Mail-Adresse IHK@linnich.de eingereicht werden. Ansprechpartner sind Jan Siebenmorgen von der Planungsgruppe MWM, Hermann-Josef Reyer von der Stadtentwicklungsgesellschaft und Dierk Schumacher vom Fachbereich 3 Ordnung, Bauen und Planung der Stadt Linnich.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert