„Woman in Nuclear“: Jülicherin erhält Preis für Bachelor-Arbeit

Von: Guido Jansen
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Karriere, made in Jülich: Chhristina Schumacher hat in den vergangenen drei jahren am Forschungszentrum Jülich gearbeitet und an der FH studiert. Zum Ende ihres Studiums hat sie den Titel „Woman in Nuclear“ gewonnen, sehr zur Freude von Dr. Miroslav Zory (links) und Prof. Ulrich Scherer. Foto: Guido Jansen

Jülich. Im ersten Moment hat sich Christina Schumacher erschrocken, als sie erfuhr, dass sie mit ihrer Bachelor-Arbeit für einen Preis nominiert war. Dr. Peter Hill, einer ihrer Chefs im Forschungszentrum Jülich, hat Schumacher als eine Woman in Nuclear (WIN; Frauen in Nuklear) vorgeschlagen.

WIN ist ein Verein, der junge Wissenschaftlerinnen fördert, die sich mit nuklearer Materie beschäftigen. „Normalerweise sind da Master- und Doktor-Arbeiten nominiert“, sagt Christina Schumacher. Deswegen rechnete sie sich mit ihrem Bachelor-Abschluss keine großen Chancen aus, als sie vor einem Monat nach Mannheim fuhr, um ihre Arbeit vor dem WIN-Komitee vorzustellen.

Es kam ganz anders. Schumachers Bachelor-Arbeit war aus Sicht der Jury besser als die höherwertigen Abschlüsse, die sich ebenfalls um den WIN-Titel beworben hatten. „Entwicklung einer Trennmethode für Radionuklide in wässrigen Umweltproben mittels eines automatisierten Trennsäulensystems“, lautet der Titel ihrer Abschlussarbeit in Angewandter Chemie an der FH Jülich.

Die 25-Jährige hat ein System erarbeitet, um radioaktive Stoffe in Umweltproben nachzuweisen, ohne dass der Mensch aktiv eingreifen muss. Das hat mehrere Effekte: Der Mensch als Fehlerquelle scheidet aus, die Gefahr, die beim bisherigen Verfahren beispielsweise von Säuren ausging, ist beseitigt. Und das Verfahren ist günstiger.

„Spannendes Thema“

Für die gebürtige Jülicherin kam der WIN-Titel überraschend. Für Dr. Myroslav Zoriy vom Geschäftsbereich für Sicherheit und Strahlenschutz am Forschungszentrum – da, wo Christina Schumacher arbeitet – und für Prof. Ulrich Scherer vom FH-Lehrgebiet für Nuklearchemie nicht. „Du hattest ein spannendes Thema“, sagt Zoriy. Und eines, das sich direkt auf die Praxis ausgewirkt hat.

Das Verfahren, das Schumacher in ihrer Abschlussarbeit beschreibt, wird jetzt genutzt. Und es hat der Jülicherin eine Beförderung eingebracht. Jetzt ist sie als Chemie-Ingenieurin am Forschungszentrum beschäftigt. „Das kommt relativ selten vor, dass ein Bachelor-Absolvent eine solche Stelle bei uns bekommt. Aber bei Christina passt das einfach“, sagt Zoriy. Und Scherer fügt hinzu, dass Schumacher eine sehr gute Studentin gewesen sei.

Eine, die ihren eigenen Weg gewählt hat. Zuerst hat sie nach dem Abitur am Mädchengymnasium eine Ausbildung zur Chemielaborantin am Forschungszentrum gemacht. „Chemie hat mir in der Schule schon immer viel Spaß gemacht. Die Ausbildung hat Spaß gemacht“, sagt sie. Deswegen habe sie sich entschieden, sich weiter zu bilden. Neben dem Studium an der FH hat sie weiter am Forschungszentrum gearbeitet, mit reduzierter Arbeitszeit und Gleitzeit. So schaffte sie es, Beruf und Studium zu kombinieren.

„Ihr Studium hat darunter nicht gelitten“, sagt Scherer. „Ganz im Gegenteil.“ Jetzt soll aber erst mal Schluss sein mit Hörsälen und Seminaren. „Die drei Jahre haben mir erst mal gereicht. Jetzt wird gearbeitet“, sagt Schumacher, dass das Fortsetzen des Studiums derzeit kein Thema sein. Auch, wenn sie laut Scherer das Zeug dazu habe.

Praxisbezug

Ihre Bachelorarbeit steht dabei immer noch im Mittelpunkt. Sie gehört dem Team an, dass das in ihrer Abschlussarbeit beschriebene Verfahren anwendet. Und darauf ist sie stolz, sagt sie. „Das Verfahren läuft reibungslos. Wir können die Ergebnisse sehr gut gebrauchen.“ Dieser Praxisbezug, der sich aus der Kombination von Studium und Arbeit ergeben hat, habe sie besonders für die Ingenieursstelle qualifiziert, die in diesem Jahr frei geworden war. „Solches Personal ist für uns enorm wichtig“, sagt Zoriy.

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