Wolfgang Mittag bietet Angebote zur Suchtprävention

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Fußball im Einsatz gegen Sucht: Wolfgang Mittag und die Sport AG an der Katholischen Grundschule Jülich. Foto: Mengel-Driefert

Jülich. Wer eine Sucht überwunden hat, weiß, worauf es ankommt. Wolfgang Mittag arbeitet in der Prävention, war selbst alkoholabhängig. Aus der Sucht hat er sich vor vielen Jahren befreit, doch das Thema lässt ihn nicht los. Heute nutzt er seine Ressourcen, um Kinder starkzumachen.

In der Katholischen Grundschule Jülich leitet der regional bekannte Sportler und Fußballtrainer seit 2012 die Arbeitsgemeinschaft Fußball – „Doppelpass 2020“ – unterstützt vom Deutschen Fußballbund und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sowie in Kooperation mit dem Verein Frankonia Broich.

Die Bedeutung des Sportunterrichtes für die Persönlichkeitsentwicklung werde oft unterschätzt, sagt Mittag. Doch gerade hier fühlten sich die Kinder wohl. In der AG gehe es darum, Kinder früh für das Thema zu sensibilisieren und starkzumachen.

Nicht nur Erwachsene stehen heute unter enormen Leistungsdruck. Viele Kinder hätten Schulangst. Auf die Frage warum antwortet Mittag: „Die Kinder haben keine Angst vor den Lehrern, sondern vor dem eigenen Versagen.“ Sie hörten viel öfter, was sie nicht können, was sie falsch machen, anstatt Lob oder Anerkennung zu bekommen.

Doch genau dieser Ansatz sei wichtig für die Persönlichkeitsausbildung. „Süchte sind eine Reaktion auf fehlende Belohnung, hier wird etwas ersetzt, was sie Zuhause nicht bekommen: Anerkennung und Zuwendung“. Geraten Jugendliche in Abhängigkeiten, habe das fatale Auswirkungen.

Mittag ist professionell ausgebildet, besitzt eine A-Trainer-Lizenz, hat Sport studiert, einen Abschluss in Sportmanagement, ein Fernstudium in Suchtberatung, aktuell studiert er psychologische Beratung und Psychotherapie. Mit geschultem Blick sieht er, ob ein Kind fußballerisch begabt ist, kann es an entsprechende Vereine weiterleiten. Er sieht aber auch, ob die Schüler Probleme haben, fragt sich, warum ist das eine oder andere Kind introvertiert oder auffällig, hält Rücksprache mit der Schulleitung. Manches Problem lässt sich dann klären.

Ursprünglich leitete Mittag die Schularbeitsgemeinschaft aus Interesse am Sport – ehrenamtlich. Nun möchte er aus der ehrenamtlichen Tätigkeit einen Beruf machen.

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