Jülich/Linnich - Wohnwagen- und Werkzeugdiebstahl: „Besser als eine Verurteilung”

Wohnwagen- und Werkzeugdiebstahl: „Besser als eine Verurteilung”

Von: gep
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Jülich/Linnich. Eingestellt hat das Amtsgericht Jülich das Verfahren gegen S. (40) aus Übach-Palenberg. Er war angeklagt, in der zweiten Jahreshälfte 2011 in Linnich einen Wohnwagen mit Kfz-Brief und Werkzeug gestohlen zu haben. Zudem war im Betrug vorgeworfen worden, da er den Wohnwagen an einen Händler verkauft hatte.

Allerdings sei, so Strafrichterin Claudia Wohny, „die Beweislage nicht die beste”. Es gebe „eine Menge Unstimmigkeiten”. Es stehe „Ausssage gegen Aussage”.

S. hatte erklärt, er sei mit dem Eigentümer G. (65) übereingekommen, dass er den „alten Wohnwagen” zur Verrechnung mit ausstehendem Lohn verkaufe. G. habe ihm „Geld geschuldet”, da er bei Gartenarbeiten geholfen und für ihn im Baumarkt eingekauft habe. Es habe sich um 3800 Euro gehandelt. Das bestritt G. energisch.

Allerdings drängte sich der Staatsanwältin der Eindruck auf, dass es Geldforderungen „zu geben schien”. Wie der Angeklagte erklärte, habe er das „fast wertlose” Werkzeug, darunter eine Bohrmaschine und eine Kettensäge, „mit Einverständnis” des Eigentümers auf dem Trödelmarkt zu Geld machen wollen.

Dazu sei es aber nicht gekommen, weil G. über eine zufällig anwesende Bekannte telefonisch aus Spanien sein Einverständnis zurückgezogen habe. Daher habe er das Werkzeug wieder ausgeladen. Es sei, fügte der Verteidiger hinzu, ohnehin nichts als „Schrott” gewesen.

Den Wohnwagen, in der Anklageschrift mit 12 000 Euro taxiert, händigte G. für 3800 Euro bar auf die Hand und per Kaufvertrag an einen Mitarbeiter des Händlers aus. Gefordert hatte er zunächst 5000 Euro. Allerdings war das Fahrzeug nicht in einem guten Zustand, der Innenausbau fehlte größtenteils, und ein Hagelschaden war nicht repariert worden.

Bei der Beweisaufnahme war auch nicht zu beweisen, ob S. das Vorhängeschloss zu der Garagenhalle geknackt hat, um das Werkzeug einzuladen. G. sagte aus, er sei „eingebrochen”. S. widersprach: „Die Halle war offen.”

Den Umschlag mit dem Schlüssel und dem Original-Fahrzeugbrief für den Wohnwagen-Deal habe er einem Briefkasten entnommen. Das konnte der Mitarbeiter des Händlers weitgehend bestätigen. Allerdings will S., der selbst bei einem Autohändler einen 400-Euro-Job hat, nicht gewusst haben, dass es auch für Wohnwagen einen Kfz-Schein gibt. „Das ist mit nicht bekannt.”

Mit der Einstellung wurde dann ein „Schlussstrich” (Wolny) unter die Causa gezogen. Das sei „besser als eine Verurteilung”, kommentierte der Pflichtverteidiger mit Blick auf die laufende Bewährung des Angeklagten.
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