Wohnungsauflösung: 9100 Euro gefunden

Von: hfs.
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Herbert Kaltenbach (l.) und Uwe Hartge (r.) sind stolz auf die drei ehrlichen Finder Shawomir Chaber, Waldemar Hahn und Jörg Wrede (v.r.). Foto: hfs.

Jülich. So viel Geld werden Shawomir Chaber, Waldemar Hahn und Jörg Wrede wohl ganz selten, wenn überhaupt, in Händen gehalten haben. Es waren exakt 9100 Euro, die sie fanden, rein zufällig bei einer Wohnungsauflösung, die sie abwickelten.

Die drei zögerten keine Sekunde, dachten nicht daran das Geld einfach „verschwinden“ zu lassen, sondern sie meldeten den Fund ihrem Chef. „Wir sind alle stolz auf unsere Mitarbeiter.“ Die Freude ist Uwe Hartge auch noch einige Tage nach dem Fund ins Gesicht geschrieben. Er ist Leiter eines Projektes, das vom Christlichen Sozialwerk Jülich vor vier Jahren ins Leben gerufen wurde. „Möbel und Mehr“ heißt dieses Projekt, das vornehmlich zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit initiiert wurde. Dort sind die drei ehrlichen Finder – insgesamt sind acht Mitarbeiter beschäftigt – vorübergehend angestellt.

„Wir versuchen, unsere Leute wieder in einen geregelten Arbeitsmarkt zu integrieren, was manchmal gelingt, manchmal nicht“, sagt Herbert Kaltenbach als Vorstandsmitglied. Der war, als er die Nachricht vom großen Geldfund bekam, ebenfalls stolz. „Das ist doch wirklich nicht alltäglich“, meinte er an die Adresse der Finder, die nicht im Mittelpunkt stehen wollen. „Das war doch für uns alle klar und selbstverständlich, das Geld gehört uns nicht, wir melden den Fund“, meinten sie unisono und waren sich schnell einig, „Uwe Hartge davon in Kenntnis zu setzen“.

Gefunden hatten sie vier Briefumschläge, die in einem Staubsauger bei der Betriebsanleitung lagen. Ohne Adresse versehen, dafür aber mit Zahlen darauf. „Auf jedem Briefumschlag stand die Summe, die sich darin befand“, berichtete nun Hartge. Der Akku-Staubsauger befand sich bis vor wenigen Tagen mit vielen anderen Dingen des täglichen Lebens in einer Wohnung in Düren, die sie im Auftrag eines amtlich bestellten Betreuers leer räumen sollten. „Fast unser tägliches Geschäft, so etwas machen wir mindestens einmal die Woche“, berichtet der Projektleiter.

Dass die Wohnung vorher vom Betreuungsbüro gesichtet wurde, änderte nichts an der Tatsache, dass das viele Geld unentdeckt blieb. „Obwohl es vorher Vermutungen gab, aber der Mann, der bis zu seiner Einweisung in ein Heim dort lebte, litt an Demenz, hat immer wieder gesagt, dass er bestohlen worden sei“, beschrieb Hartge die Situation vor Ort.

Von dem Fund wurde der Betreuer natürlich in Kenntnis gesetzt. „Er hat unseren Mitarbeitern 200 Euro Finderlohn bezahlt. Dieses Geld, so haben die drei beschlossen, kommt in die Gemeinschaftskasse.“ Und die 9100 Euro sind dem rechtmäßigen Besitzer wieder zuteil geworden, Geld, das für seine Betreuung im Heim Verwendung findet.

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