Wohnraum mit möglichst wenig Problemzonen

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Sachverständiger für Altersgerechtes Umbauen: Dennis Meisen erläutert Umbaumaßnahmen im Badezimmer. Hier zeigt er auf eine schwellenlosen Dusche. Foto: Mengel-Driefert

Barmen. Wie können wir unser Lebensumfeld verändern, dass alle Menschen, ob mit oder ohne Behinderung, teilhaben können? Diese Fragestellung wird derzeit mit dem Ziel der inklusiven Gesellschaft oft diskutiert. Wie das in Folge von baulichen Veränderungen funktionieren kann, weiß Dennis Meisen aus Barmen.

Er ist Sachverständiger für „Altersgerechtes Umbauen“. Neben den bekannten Möglichkeiten, dem Abbau von Schwellen, der Verbreiterung von Türen, der Anbringung von Handläufen oder dem Bau von Rampen gibt es heute ausgefeilte technische Systeme, die den Alltag erleichtern. „Zum Beispiel reagieren Sensoren auf Bewegung“, sagt Meisen und erklärt: „Damit können Lichtquellen aktiviert werden, um die Sturzgefahr in der Nacht zu verringern.“

Vorteile biete auch ein automatisches System zur Türöffnung. Denn: Wie kommt ein älterer Mensch ins Haus, der Schwierigkeiten hat ein Schloss aufzuschließen oder häufig seinen Schlüssel verlegt? Hier könnte ein Fingerprint-System helfen, in dem der Daumenabdruck eingelesen wird, ein Schlüssel ist dann überflüssig.

Dennis Meisen ist sachkundig, weiß, wovon er spricht. Von Hause aus Installateur- und Heizungsbauer-Meister, Betriebswirt und öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger, besuchte er Ende des vergangenen Jahres eine Sachverständigenweiterbildung zum Thema „Barrierearmer Wohnraum“, darf nun die Zusatzbezeichnung „Sachverständiger für das KfW-Programm Altersgerechtes Umbauen sowie für den Wohnriester-Altersgerecht Umbauen nach dem Altervorsorge-Verbesserungsgesetz“ führen.

Wer sein Haus barrierearm umbauen möchte, kann aus Mitteln des Bundes einen Zuschuss oder einen Kredit der KfW Bank erhalten. Die Fördersumme beträgt acht bis zehn Prozent der Kosten, maximal 5000 Euro. Allerdings sind dann technische Mindeststandards zu erfüllen. Die Abnahme der Maßnahmen von einem Sachverständigen ist Pflicht, wenn der Umbau den kompletten KfW-Standard „Altersgerechtes Haus“ erreichen soll. Einzelne Umbaumaßnahmen benötigen keinen Sachverständigen.

Sowohl Eigentümer, als auch Mieter und Kommunen können die Fördermittel abrufen. Profitieren sollen alle Altersgruppen, neben der älteren Generation auch Familien wie Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt oder behindert sind. Dem Sicherheitsaspekt wird ebenfalls Rechnung getragen mit geförderten Umbaumaßnahmen zum Schutz vor Wohnungseinbruch.

Schlüsselfragen

Meisen rät: „Jeder soll sich selber hinterfragen, was er machen möchte, um lange in seinem gewohnten Umfeld bleiben zu können“. Wichtig sei, dass die einzelnen Maßnahmen zusammenpassen. Er vergleicht die Situation mit der Anamnese beim Arzt und geht in der Beratung folgende Fragen durch: Welche Einschränkungen bestehen? Welche Möglichkeiten stellt sich der Kunde vor? Was kann gemacht werden?

Zu den Fördermaßnahmen gehören auch Überdachungen, die Anbringung eines Türspions auf Rollstuhlhöhe, Abstellmöglichkeiten für Rollstuhl und Kinderwagen, Vergrößerung von Stellplätzen, zweckmäßige Beleuchtung oder Hausnotrufsysteme, Veränderungen der Raumgeometrie, Entstehung von Gemeinschaftsräumen und anderes. Der Klassiker sei der Umbau des Badezimmers mit einem schwellenlosen Zugang zur Dusche.

Vorausschauend könnten Umbaumaßnahmen in der Phase der Familiengründung vorgenommen werden. Zum Beispiel bestehe die Möglichkeit Vorrichtungen für Klappstützen neben der Toilette schon beim Bau einzurichten.

Natürlich kostet das alles erst einmal, auch wenn die Maßnahmen gefördert werden. In Folge des demografischen Wandels und des damit verbundenen Bedarfs an barrierearmen Wohnimmobilien, sei es jedoch eine lohnende Investition, ist sich Meisen sicher. Schließlich steige damit auch der Wert der Immobilie.

Weitere Infos beim Sachverständigenbüro Dennis Meisen, Telefon 02166/185605

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