Jülich - Wissenschaftler aus Jülich arbeiten an Zukunftsbatterie

Wissenschaftler aus Jülich arbeiten an Zukunftsbatterie

Von: hfs.
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Institutsleiter Professor Dr.
Institutsleiter Professor Dr. Hans Peter Buchkremer (v.l.) sowie Vorstandsmitglied Prof. Dr. Harald Bolt zeigten dem Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel mit Projektleiter Dr. Norbert Menzler eine neuartige Brennstoffzelle.

Jülich. Die Zielsetzung der Bundesrepublik ist klar formuliert: Bis 2050 sollen 80 Prozent der benötigten Energie regenerativ erzeugt werden. Bisher sind es knapp 20.

So jedenfalls rechnete Dr. Norbert Menzler als Projektleiter im Institut für Energie- und Klimaforschung seinem Besucher Thomas Rachel (MdB), dem Parlamentarischen Staatssekretär vor, als dieser sich über die Entwicklung von Hochtemperatur-Energiespeicher ein Bild machen wollte. Damit die nächste Generation dieser Speicher gebaut werden kann, bedarf es noch einiger wichtiger Entwicklungen, etwa in der Materialforschung. Dafür überreichte Rachel im Auftrage des Bundesministeriums für Bildung und Forschung einen Förderbescheid in Höhe von 4,5 Millionen Euro.

Wie Speicherbatterien der nächsten Generation aussehen können, wissen die Experten im Forschungszentrum genau. Auch wie sie funktionieren können, ist kein Geheimnis, denn bereits 1998 ließ sich die Firma Siemens das Prinzip patentieren. Doch dabei blieb es, bis vor zwei Jahren. Da kam die Firma auf die Wissenschaftler in Jülich zu. So wurde das Projekt „MeMo” geboren, benannt nach Metall-Metallloxid-Verbindungen, auf dessen Basis die neuen Hochtemperatur-Batterien funktionieren sollen.

„Wir sind uns einig, dass die künftige Batteriegeneration aus Material gebaut werden soll, dass unbegrenzt vorhanden, dazu auch noch billig ist”, stellte Menzler heraus. Sind bisher Lithiumionen-Batterien bei Elektrofahrzeugen erste Wahl, müssen für Speicher, die mit Strom aus Windkraft- und Solaranlagen gespeist werden, starke Schwankungen bei Entnahme und Speicherung berücksichtigt werden. Große Mengen Strom speichern, schnell wieder bereitstellen lautet die Devise, für die „Eisen” das geeignetste Material zu sein scheint. In Kombination mit Eisenoxid sowie weiterer Metalle und Legierungen.

„Sie lassen Speicherdichten erwarten, die mit etwa 1000 Wattstunden pro Kilogramm deutlich höher liegen als bei derzeitigen Lithiumbatterien, die es auf 200 Watt pro Stunde und Kilogramm bringen. Zudem ist das Material kostengünstig, nicht explosiv und nicht giftig. Da als Reaktionspartner bei der Speicherung und Abgabe von Strom Sauerstoff der natürlichen Umgebung entzogen, beim Laden wieder zurückgegeben wird, bietet sich ein weiterer Vorteil der ,Zukunftsbatterie, die, so der Projektleiter, in etwas zehn Jahren auf dem Markt sein wird.”

Das ist ein Zeitraum, den Thomas Rachel begrüßte. „Damit werden Optionen geschaffen, die den Stromanteil aus erneuerbaren Energien steigern”, meinte Rachel, beschrieb den neuen Batterie-Typ als vielversprechenden Speicher für mittlere und große Kapazitäten. Insgesamt vier Institute sind an dem Projekt beteiligt. So muss neben der Entwicklung der Oxidspeicher auch die Entwicklung der Speicherarchitektur (viel Oberfläche bei 800 Grad) forciert werden, es müssen Wirtschaftlichkeitstest und Akzeptanzprüfungen vorgenommen werden.

Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt: „Wir sind sicher, dass dieser Typ von Speicher einer der künftigen Säulen der neuen Technik ist.” Dass man mit modernen Materialien und dem jetzigen Expertenteam auf dem richtigen Weg ist, die erklärte Institutsleiter Prof. Hans Peter Buchkremer. „Denn das Vorhaben knüpft direkt an den Bereich der Brennstoffzellen an”, was Norbert Menzler zu de Feststellung veranlasste, „dass unsere Brennstoffzellen die besten der Welt sind.” Das konnte sein Besucher aus Berlin nur unterstreichen.
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