Hambach/Inden - Wirtz will RWE-„Sinneswandel” korrigieren

Wirtz will RWE-„Sinneswandel” korrigieren

Von: -vpu-
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Josef Wirtz. Foto: -vpu-

Hambach/Inden. Eine Milchmädchenrechnung: Wenn RWE Power das „Restloch” des Tagebaus Inden nicht mit Erdreich aus Hambach verfüllt, müsste doch der See in Hambach deutlich kleiner ausfallen?

Als der Braunkohlenausschuss in Köln im Dezember darüber beriet, wurde diese Frage auch gestellt. Damals antworteten die Vertreter der Bezirksregierung in Anwesenheit einer sehr großen Delegation des Essener Konzerns, dass in Hambach 350 Hektar Landfläche zusätzlich entstünden.

Im Umkehrschluss: Das dort geplante Gewässer „schrumpft” von 4000 auf 3650 Hektar. In einem Niederzierer Ausschuss haben Vertreter von RWE Power nun etwas anderes gesagt.

Sie erklärten lapidar, dass „derzeit nicht geplant” sei, die landwirtschaftliche Nutzfläche in Hambach nach der Auskohlung „wesentlich zu vergrößern”. Das bringt den CDU-Landtagsabgeordneten Josef Wirtz (Schophoven) auf die Palme: „Ich habe im gesamten Verfahren immer genau danach gefragt.

Von allen Seiten, auch vom Bergbautreibenden, wurde versichert: 350 Hektar Land bleiben zusätzlich in Hambach, wenn in Inden ein Restsee entsteht. Was jetzt gesagt wurde, verändert doch die gesamte Flächenbilanz.” Genau damit hatte Wirtz - selbst Landwirt - aber über viele Monate gegenüber seinen Kollegen, aber auch im seekritischen Dürener Stadtteil Merken argumentiert. Er sieht sich jetzt unverschuldet Vorwürfen ausgesetzt: „Es geht doch auch um meine Glaubwürdigkeit.”

In Niederzier hatten Fachleute des Konzerns die hohen Transportkosten ins Spiel gebracht. Wenn nämlich in Hambach mehr Land „gewonnen” werden soll, müssten Millionen Kubikmeter Löss-Boden aus Garzweiler geliefert werden. Das ist nicht billig. Wirtz: „Es kann aber nicht richtig sein, wenn das Unternehmen jetzt vom Gesagten nichts mehr wissen will. Ich gehe gegen diesen Versuch vor - notfalls über die Bezirksregierung und die Landesplanung.” Dort kann man sich wohl auch an die ursprünglichen RWE-Aussagen erinnern.
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