Jülich - Wird Koslarer Bad doch saniert?

Wird Koslarer Bad doch saniert?

Von: vpu
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Die Sanierung des Lehrschwimmbeckens muss der künftige Stadtrat freigeben. Es gibt allerdings einen Sperrvermerk im Haushalt.

Jülich. Der „neue“ Jülicher Stadtrat entscheidet nach den Kommunalwahlen am 25. Mai über die Zukunft des derzeit geschlossenen Lehrschwimmbeckens Koslar. Dazu muss das Gremium einen sogenannten Sperrvermerk im Haushalt außer Kraft setzen, den der alte Rat mit knapper Mehrheit eingebaut hat.

Heißt mit anderen Worten: Eigentlich soll das derzeit stillgelegte Koslarer Bad saniert werden, wenn noch einige Detailfragen zu klären sind. Das Geld dafür steht im Nachtragshaushalt bereit. Dieses Verfahren war vor allem ein Anliegen der CDU, die zum Beispiel geklärt wissen möchte, ob das Schulschwimmen der Grundschulen nicht auch im Hallenbad zu realisieren ist.

Nur drei Stunden im Hallenbad

Diese Antwort gab es im Stadtrat von der Verwaltung: Das Sportamt hat von den Stadtwerken auf Nachfrage erfahren, dass nur noch drei Schwimmstunden unter Vorbehalt frei seien. Im Lehrschwimmbecken Welldorf werden 27 Schulstunden unterrichtet. Nach der Stilllegung in Koslar waren die meisten Stunden nach Welldorf verlagert worden. Theoretisch müsste also das wegen einer defekten Filteranlage geschlossene Bad nicht saniert werden, da die heute notwendigen (Schul-)Kapazitäten gewährleistet zu sein scheinen.

Naheliegende Sportmöglichkeit

Hier erweiterte Heinz Frey für die UWG Jül das Blickfeld: Die Bedeutung von Lehrschwimmbecken bestehe nicht nur im Schulschwimmen. Diese Einrichtungen werden auch von Freizeitgruppen genutzt und bieten „älteren Menschen naheliegende Sportmöglichkeiten“. Auch SPD und FDP votierten grundsätzlich für eine Sanierung in Koslar.

Die Problematik ist nämlich, dass die beiden Bäder unterschiedliche „Prognosen“ haben. Das in Koslar wäre laut Gutachter für rund 160.000 Euro inklusive Filteranlage so zu ertüchtigen, dass es noch weitere 15 Jahre betrieben werden kann. Das Becken in Welldorf müsste ebenfalls in Schuss gebracht werden, würde aufgrund seiner baulichen Gegebenheiten aber auch nach einer 140.000 Euro teuren Sanierung nicht die „neuesten DIN-Vorschriften für die Wasseraufbereitung von Lehrschwimmbecken erfüllen“. So zitiert die Stadtverwaltung den Gutachter, die grundsätzlich keinen Grund für weitere Investitionen in Welldorf sieht. Das Bad dort sollte so lange weiter betrieben werden, wie die Wasserqualität ohne aufwendige Sanierungsmaßnahmen gewährleistet werden kann, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Im direkten Vergleich ist der Betrieb der beiden Lehrschwimmbecken unterschiedlich teuer (siehe auch Info unten). Auf Anfrage der CDU hat die Verwaltung die jährlichen Unterhaltungskosten aufgelistet: Der Betrieb in Koslar kostet rund 53.600 Euro, der in Welldorf knapp 71.000 Euro.

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