Jülich - Wird der Hexenturm Vereinsheim der KG Ulk?

Wird der Hexenturm Vereinsheim der KG Ulk?

Von: Daniela Martinak
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Der Hexenturm ist Jülichs Wahrzeichen und soll auf Betreiben des Vereins Sitz der KG Ulk werden. Ob demnächst rot-weiße Fahnen an den Zwiebeltürmen flattern, entscheidet der Fachausschuss. Foto: Martinak

Jülich. Wehen vielleicht bald rot-weiße Fahnen von den Zwiebeltürmen des Hexenturms? Die Jülicher KG Ulk, älteste Karnevalsgesellschaft der Herzogstadt, würde das gotische Bauwerk nämlich zu gerne als festen Sitz für regelmäßige Versammlungen, als Lagerraum und Anlaufstelle nutzen.

Der Hexenturm, ursprünglich das „Rurtor“, welches das einzige verbliebene Stadttor der mittelalterlichen Stadtbefestigung und das Wahrzeichen Jülichs ist, stand bei der Sitzung des Bürgerausschusses im Mittelpunkt der Diskussion. Zum Glück hatten sich doch noch alle, die daran beteiligt sein sollten, im Neuen Rathaus eingefunden. Schließlich erfuhr die antragsstellende Gesellschaft nur aufgrund unserer Berichterstattung vom Termin der Bürgerausschusssitzung.

Eine Einladung hatte Ulk-Präsident Jörg Bücher nicht erhalten, hatte er doch – so die Begründung von Emily Willkomm-Laufs, Vorsitzende des Bürgerausschusses – nicht beachtet, im Antragsschreiben an die Verwaltung auch die genaue Anschrift der KG zu vermerken.

In der Sitzung ging es darum, dass die KG Ulk sich gerne um die Nutzung und den Erhalt des Jülicher Wahrzeichens bemühen, diesen als festen Sitz ausbauen und gemeinsam mit anderen Jülicher Institutionen dort Veranstaltungen ermöglichen möchte.

„In der Stadt Köln werden die historischen Stadttore bereits seit Jahrzehnten durch das Engagement der Korpsgesellschaften gepflegt. Auch wir sind bereit, uns mit großem Engagement für die Nutzung und den Erhalt historischer Bauwerke einzusetzen“, argumentiert Bücher. Selbstverständlich könnte der Kunstverein, der die Räume regelmäßig nutzt, dies weiterhin tun und auch eine derartige Nutzung durch andere Vereine würde sichergestellt. „Es wäre ein tolles Geschenk zu unserem 111-jährigen Jubiläum“, wandte sich der Präsident an die Mitglieder des Bürgerausschusses.

„Auch die Schützen hatten vor langer Zeit dort ein Zimmer. Ich finde die Idee toll. Gerade zu Zeiten unserer miesen Haushaltslage kommt uns solch ein Vorschlag doch wie gerufen“, befürwortete Winfried Cremerius (FDP) den Antrag. Der Turm würde sowieso nicht genutzt. Jülich sei in einer „schwarzen Zeit und brauche ein wenig Licht“. Eine pro forma-Miete würde sicherstellen, dass auch tatsächlich das versprochene Geld, welches der Erhaltung des Wahrzeichens dienen soll, in die Kasse fließt.

Einstimmige Empfehlung

Helmut Sieger (CDU) beurteilt den Antrag ein wenig anders. „Ich befürchte, dass sich andere Vereine benachteiligt fühlen. Wie soll denn sichergestellt werden, dass die Räume, wenn sie dann von anderen genutzt werden wollen, auch tatsächlich zur Verfügung stehen?“ Immerhin könnte es ja sein, dass der Kunstverein ausgerechnet zur Karnevalssession eine Ausstellung veranstalten möchte. Am Ende wurde jedoch einstimmig empfohlen, dem Antrag zuzustimmen und ihn an den Hauptausschuss weiterzuleiten.

Der Hexenturm könnte also bald das Refugium der KG Ulk werden und somit unterstreichen, dass der Verein ebenfalls aus Jülich nicht mehr wegzudenken ist. Das jedoch wird erst noch zu entscheiden sein.

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