Winterlinden im Zitadellenhof werden gefällt

Von: -vpu
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Das ist heute schon ein historisches Bild: Die drei Winterlinden im Innenhof der Zitadelle müssen gefällt werden, wie auch die Jülicher Kommunalpolitik nach einem Detailbericht zugestand. Foto: Uerlings

Jülich. In den letzten Wochen und Monaten mussten zahlreiche Bäume in Jülich buchstäblich „dran glauben“. Sie wurden gefällt, weil sie nach Einschätzung der zertifizierten Baumexperten beim Jülicher Bauhof ein Sicherheitsrisiko darstellen: durch Pilzbefall, durch Holzfäule in den Stämmen zum Beispiel.

Die Bürgerschaft ist dennoch oft misstrauisch und schaute beim Abholzen ganz genau hin. Manche Maßnahmen wurden angezweifelt. Entsprechend sensibilisiert ist auch die Kommunalpolitik. Und so befand sich der Ausschuss für Planung, Umwelt und Bauen unter Vorsitz von Erich Gussen am Donnerstag über weite Strecken auf dem Holzweg, denn die Baumfällungen nahmen breiten Raum ein. Die Winterlinden im Innenhof der Zitadellen sind nicht zu retten, sie werden an diesem Wochenende entfernt, dem Vernehmen nach heute.

Nach einem ausführlichen Vortrag von Baumbegutachterin Friederike Hansmeyer lenkten die Politiker ein. Die Expertin sagte selbst zur Untersuchung der Winterlinden im Dezember 2013: „Wir waren schockiert über den Zustand und hätten nicht gedacht, dass es so schlimm ist.“ Mehrere Untersuchungen – unter anderem mit Spezialgerät – hätten gezeigt, dass die Standfestigkeit der über 140 Jahre alten platzprägenden Bäume nicht mehr gewährleistet sei. „Die Fäule zieht sich bis oben hin“, so Hansmeyer.

Die Bauhofmitarbeiter unter Leitung von Markus Danz und die Politiker sind vom Ergebnis alles andere als begeistert. Wolfgang Gunia (CDU): „Den Fakten kann man sich aber nicht widersetzen.“ Auf Geheiß von Bürgermeister Heinrich Stommel sollen künftig Öffentlichkeit, Ortsvorsteher und Politiker bei absehbaren Fällvorhaben rechtzeitig informiert werden, unterrichtete Beigeordneter Martin Schulz. Er sagte: „Einige Bürger sind der Meinung, dass wir Spaß daran hätten, Bäume abzuholzen. Das ist sicher nicht so. Wir haben Fachleute, die sehr gewissenhaft die Bäume in Augenschein nehmen – und zwar zweimal im Jahr.“

Damit sich die Politiker selbst ein Bild machen können, findet demnächst im Trommelwäldchen (Nordviertel) ein Ortstermin statt. Dort sollten auf Wunsch der Anwohner überhängende Äste entfernt werden. Laut Martin Schulz habe der zuständige Förster den Bereich inspiziert und insgesamt 40 Bäume gefunden (Totholz, Schräglagen), die entfernt werden müssten. Die Volksvertreter sollen sich selbst ein Bild machen.

Mit Spannung erwarten die Jülicher Politiker die Untersuchungen an der sanierungsbedürftigen Kirmesbrücke (wir berichteten) ab. Die von der Verwaltung dargelegten Schäden an der Spannbetonbrücke fand zum Beispiel Erich Gussen (CDU) „erschreckend“. Wenn die Spanndrähte, die sich durch das ganze Bauwerk ziehen, und die Spannköpfe auf beiden Seiten in Ordnung sind, lohnt sich eine Sanierung, die teuer wird (430.000 Euro).

Und wenn nicht? Tiefbauamtsleiter Robert Helgers antwortete: „Daran möchte ich gar nicht denken.“ Matthias Hoven (Jül) wunderte sich nur, warum die Schäden nicht schon früher aufgefallen sind. Durch die Haushaltssperre habe man doch ein halbes Jahr auf die ursprünglich nur vorgesehene Erneuerung der Brückengeländer gewartet.

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