Boslar - Windpark: Bürgerinitiative hofft auf Einsicht

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Windpark: Bürgerinitiative hofft auf Einsicht

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Am Donnerstag entscheidet der Linnicher Stadtrat über die Einrichtung des Windparks Boslar. Foto: Jonel

Boslar. Wenn in diesen Tagen in Boslar über Windkraft und die Sitzung des Linnicher Planungsausschusses der vergangenen Woche gesprochen wird, dann überwiegen Befürchtungen, Enttäuschung und Frust. In einem Sitzungsmarathon von vier Stunden Dauer waren ohne jede Diskussion alle Bedenken der Bevölkerung, von Behörden und Institutionen vom Tisch gewischt worden.

Ein Funken Hoffnung bleibt den Boslarern und ihrer Bürgerinitiative „Für Windkraft mit Augenmaß“ noch. Erst in der Ratssitzung am heutigen Donnerstag fällt die endgültige Entscheidung auf der Grundlage der Ausschussempfehlung. „Wir hoffen sehr, dass es in den Reihen der bisherigen Befürworter doch noch Zweifler gibt, die sich ihrer Verantwortung für die Menschen bewusst sind und die sich nicht dem Diktat von Windlobby und Planungsbüro von der Heide beugen“, erklärt Ursula Spürkel von der Boslarer Initiative.

Argumente gegen die Riesenwindräder gibt es aus ihrer Sicht genug: „Durch die geplanten Windräder tritt in Boslar die mit Abstand höchste Lärmbelastung im Stadtgebiet von Linnich mit bis zu 46 db(A) auf. Ursache ist unter anderem eine überholte Einstufung aus den 50er/60er Jahren von etwa zwei Dritteln des Innenbereiches Boslar als Mischgebiet, sodass in der Nacht trotz der weitaus dominierenden Wohnbebauung ein Grenzwert von 45 db (A) anstatt üblicher 40 db (A) möglich ist. Boslar genießt demnach nicht den gleichen Schutzstatus wie andere Dörfer im Stadtgebiet“, beklagt Spürkel. Und weiter: „Es bestehen erhebliche Zweifel, dass das Lärmgutachten, wie notwendig, auf der sicheren Seite ist. Der Grenzwert von 45 db (A) wird bereits jetzt um 1 db (A) überschritten.“

Krasser Widerspruch

Eine hohe Verletzlichkeit des Landschaftsbildes wurde von der Bezirksregierung schon bei zweigeschossigen Bauten bei dem in Boslars Nachbarschaft in Planung befindlichen Gewerbegebiet Merscher Höhe attestiert. Ursula Spürkel: „Das steht im krassen Widerspruch zu den entsprechenden Gutachten der Vorhabenträger. Kritische Träger öffentlicher Belange wurden im weiteren Verfahren nicht noch einmal gehört, z.B. Straßen NRW wegen der nahen Autobahn, Rheinisches Amt für Bodendenkmalpflege wegen Bodendenkmälern. Straßen NRW hat wegen der nahen Landstraße ein Windrad als nicht genehmigungsfähig bezeichnet. Tektonische Verwerfungen sind genau so wenig untersucht worden wie die Erdbebengefahr, da das Plangebiet in der höchsten Erdbebenzone Deutschlands liegt.“

Massive Kritik übt Ursula Spürkel am Planungsbüro vdh: „Von der Heide unterliegt einem schwerwiegenden Interessenkonflikt, da es gleichermaßen für die Stadt Linnich als auch für den Vorhabenträger im Rahmen der Umweltverträglichkeitsstudie für die Umweltverträglichkeitsprüfung beim Kreis Düren arbeitet.“

Ihr Fazit vor der nahen Ratssitzung: „Und wenn es nur geringste Zweifel gibt, kann nach unserer Ansicht nur eine Entscheidung zugunsten der Bürger getroffen werden – nicht gegen die Bürger.“

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