Linnich - Windpark: Bürger zu Einwänden und Vorschlägen ermuntert

Windpark: Bürger zu Einwänden und Vorschlägen ermuntert

Von: Kr.
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Ihnen war schon vor Beginn der Veranstaltung klar, dass sie keinen leichten Stand haben würden. Von links Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker, Axel von der Heide, David Rode, Tancu Mahmount und Sascha Schulz. Foto: Kròl

Linnich. Es ging wieder einmal um den Windpark Gereonsweiler-Linnich. Nachdem bereits im Sommer die Gereonsweiler Bürger über den Planungsstand dieser Anlage zwischen Linnich, Gereonsweiler und Lindern informiert wurden und sich daraufhin die Bürgerinitiative zur Windkraft Gereonsweiler gründete, fand die Linnicher Stadtverwaltung es nun an der Zeit auch die Bürger der Kernstadt ins Bild zu setzten.

Neues gab es dabei allerdings nicht zu erfahren und nur gering war das Interesse der Bürger. Die meisten Zuhörer waren wohl aus den Reihen der Kommunalpolitiker und der umliegenden Bürgerinitiativen. Dennoch wurde es eine sachliche Diskussion, wie Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker abschließend bemerkte.

Zunächst einmal hatte das Planungsbüro von der Heide aus seinen vorausgegangenen Fehlern gelernt und vor allem eine große Leinwand, auf die die Folien projiziert wurden, mitgebracht. 21 Windräder mit einer Nabenhöhe von 135,4 m sind für diese Konzentrationszone in der Planung. Ab Montag, den 14.Dezember haben Bürger Zeit und Gelegenheit diese Planungsunterlagen mit den dazu gehörigen Gutachten im Internet oder im Linnicher Rathaus einzusehen. Bis zum 27. Januar 2016 haben sie dann die Möglichkeit schriftlich ihre Einwände oder Vorschläge einzureichen, die bei der weiteren Planung Berücksichtigung finden sollen.

„Nutzen Sie diese Möglichkeit“, forderte nicht nur Marion Schunck-Zenker die Anwesenden auf. Auch Sascha Schulz von der Energie-Agentur NRW und Tancu Mahmout sowie Axel von der Heide, beide vom Planungsbüro VDHE, wiesen auf diese Möglichkeit der Einflussnahme immer wieder hin. Weiterhin saß David Rode als Gutachter der Windtest Grevenbroich GmbH mit am Tisch. Kurz umriss Mahmout, was am Standort Gereonsweiler geplant ist und berichtete, dass alle Gutachten abgeschlossen sind und kein Hinderungsgrund zum Bau der Windräder vorliege.

Bei den Schallimmissionen liegen alle Werte im gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen, erklärte er. Lediglich das Schattengutachten weise einige Punkte auf, bei denen die Richtwerte überschritten werden. Dies würde dann mit Hilfe von Schattenwurfmodulen, die die Rotoren zeitweise abschalten, berichtigt. Beim Artenschutzgutachten wären allerdings besondere Maßnahmen nötig, um Rebhuhn. Kiebitz und Feldlerche zu schützen.

In der anschließenden Diskussion tauchte immer wieder die Frage auf, ob denn nun wirklich 21 Windräder nötig seien. Ob nicht weniger gebaut werden können, auch angesichts der Lage auf dem Strommarkt. Viel Fachwissen brachten vor allem die Vertreter der Bürgerinitiativen mit und so manche Antwort mussten die Referenten schuldig bleiben.

„Schauen Sie sich die Unterlagen und Gutachten an“ war oft die ausweichende Antwort. Natürlich kam auch wieder die Frage nach dem Infraschall auf, die so die einhellige Meinung der Anwesenden, immer unter den Teppich gekehrt werde. Außerdem monierten die Anwesenden des NABU, dass das biologische Gutachten nicht anwesend sei.

Die Konzentrationszone um Gereonsweiler sei ein hochwertiges ökologisches Gebiet, das in den Gutachten nicht beachtet werde. Abschließend bemerkte von der Heide dann noch einmal: „Es ist ein politischer Entschluss der Stadt Linnich, diese Flächen für Windkraft auszuweisen. Wir stehen jetzt noch am Anfang der Planungen, nutzen Sie die Gelegenheit ihre Bedenken vorzubringen.“

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