Windpark Boslar wird der Boden bereitet

Von: ojo
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Linnich. Die Diskussion und die Entscheidungen über den Umgang mit dem Thema Windkraftanlagen und Windkraftvorrangzonen in Linnich sind nach wie vor begleitet von disharmonischen Untertönen. In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung prallten die CDU einerseits und der Block von SPD, Grünen und PKL andererseits erneut auf einander.

CDU-Wortführer Hans-Willi Dohmen beharrt bei seiner Ansicht, dass die Bürger im Linnicher Stadtgebiet bei der Meinungsbildung zum Thema Windenergie von der Mehrheit außen vor gehalten werde. Gleichzeitig schlug Hans-Otto von der Heide, Geschäftsführer des Planungsbüros VDH, offener Argwohn entgegen. Das Büro sollte im Auftrag der Stadt alle notwendigen Vorarbeiten leisten, um die drei ausgeguckten Potenzialflächen der Kommunalpolitik beschlussreif vorzulegen. Dohmen wie auch dessen Fraktionskollege Karl-Heinz Königs rangen dem Geschäftsführer letztlich die Zusicherung ab, nicht in einen Interessenkonflikt mit Anbieter und Betreibern von Windkraftanlagen zu geraten.


Den Zündfunken lieferte die Windkraftkonzentrationszone südlich von Boslar. Die ist nach Ansicht des Planungsbüros soweit abgeklärt, dass der Rat sie offiziell als solche ausweisen „Potenzialfläche 3 - Boslar” ausweisen könne.

Die nötige Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplan hatte der Ausschuss vor der Brust, als die CDU den Antrag einbrachte, das Ganze zurückzustellen. „Jülich beabsichtigt, jenseits der Autobahn eine Windkraftkonzentrationszone auszuweisen. Wir sollten warten, bis die Beschlüsse in Jülich vorliegen”, argumentierte Karl-Heinz Königs. Man wolle bei der Nachbarstadt durch eigenes vorschnelles Handeln keinen Druck aufbauen, ergänzte Hans-Willi Dohmen.

Dass Hans-Otto von der Heide versicherte, er habe sehr schnell aus Jülich den Hinweis „Keine Einwände” erhalten, beeindruckte die CDU-Bank nicht. Im Gegenteil. Erneut sah sich von der Heide der kritischen Nachfrage ausgesetzt, warum er denn bei der Boslarer Vorrangfläche eine solche Eile an den Tag lege. Die Retourkutsche des Planers folgte sofort. In Boslar sei alles geklärt. Dort habe ein Betreiber die Hand auf alle Flächen in der Zone. Man schaffe einem Investor hier die Möglichkeit, die notwendigen Gutachten auf den Weg zu bringen.

Der CDU-Antrag auf Vertagung wurde gegen die vier Stimmen der CDU abgelehnt. Bei dem Beschluss zur Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung des vorhabenbezogenen Bebauungsplans enthielten sich die vier Christdemokraten. Die einzigen Gegenstimme kam hier von Patrick Schunn (FDP).
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