Linnich - Windpark Boslar: Flächennutzungsplan steht auf Tagesordnung

Windpark Boslar: Flächennutzungsplan steht auf Tagesordnung

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Windräder
Die Änderung des Flächennutzungsplans für die geplante Konzentrationszone für Windenergieanlagen Boslar steht auf der Tagesordnung.

Linnich. Wenn am Donnerstag der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Linnich zusammentritt, steht auch die Änderung des Flächennutzungsplans für die geplante Konzentrationszone für Windenergieanlagen Boslar zur Tagesordnung. Dazu äußert sich in einer Stellungnahme Boslars Ortsvorsteher Manfred Neukirchen namens aller Ortsvorsteher der umliegenden Dörfer.

Wir, die Ortsvorsteher/in aus Boslar, Hompesch, Mersch, Broich, Tetz und Rurdorf möchten an dieser Stelle noch einmal die Sorgen und Nöte unserer Bürger als Betroffene der geplanten WKA südlich von Boslar darstellen. Wenn wir vom Umstieg auf erneuerbare Energien sprechen, sollten wir das in erster Linie in der Gesamtheit betrachten, nicht nur für das Linnicher Stadtgebiet, sondern mit der Gewissheit, dass kommunalübergreifend alle einen Beitrag zum Gelingen beisteuern müssen. Genau darin ist auch das geforderte Augenmaß vieler verängstigter Menschen begründet.

Gemeint ist nicht nur der immer wieder geforderte Abstand zur Wohnbebauung in Bezug auf die stetig steigenden Anlagenhöhen, denn zu nah und zu hoch bedeutet nachweislich gesundheitliche Auswirkungen für unsere Bürger. Augenmaß in Bezug auf die Schallbelastung, denn selbst die Gutachten verdeutlichen, dass die Vorbelastungen unserer Ortschaften durch Schall derzeit schon enorm hoch bis erschöpft sind oder durch die geplanten Anlagen ganz ausgelastet werden. Weitere Entwicklungen unserer Ortschaften wären damit verhindert.

Augenmaß ist gefragt

Mit Augenmaß heißt auch, dass die Flächengröße im Verhältnis zur Gesamtfläche des Stadtgebietes stehen sollte. Nach derzeitigem Planungsstand würden sie einen Anteil von 9 Prozent einnehmen. Augenmaß in Bezug auf Energiebedarf ist gefragt. Ein großes Windrad versorgt laut Pressebericht ca. 2400 Haushalte, (die geplanten vielleicht ein bisschen weniger). Sollte das geplante Ziel von gut 50 Windrädern für Linnich erreicht werden, könnten über 100.000 Haushalte versorgt werden.

Die Stadt Linnich hat etwa 13.500 Einwohner und 6000 Haushalte. Selbst bei Berücksichtigung der gleichen Menge für Industrie und Wirtschaft hätte man demnach für das Linnicher Stadtgebiet dann immer noch mehr als die zehnfache Zahl benötigter WKA.

Alleine im Umkreis von 10 km um das geplante Gebiet von Boslar sind laut Sitzungsunterlagen bereits 119 vorhandene und 16 genehmigte, also fast 135 WKA vorhanden. Demnach könnten mit über 300.000 Haushalten rund doppelt so viele versorgt werden, wie im gesamten Kreis Düren. Zusätzlich wachsen derzeit allerorts weitere aus dem Boden.

Es bestreitet niemand, dass der Umstieg notwendig und gerechtfertigt ist, aber wenn unsere Generation schon eine Unmenge an Atommüll geerbt hat, müssen wir doch nicht einen überdimensionierten Wald von Windrädern unserer Jugend vererben. Darum bitten wir die politischen Entscheidungsträger: „Lassen Sie Augenmaß walten zwischen der Belastung für unsere Bürger und den erhofften finanziellen Gewinnen für die Stadt. Wie hoch die Gewinne auch sein mögen: Ist die damit verbundene Schädigung unserer schönen Landschaft – unserer Heimat – es wirklich wert?

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