Aldenhoven - Windpark Aldenhoven-Nord: Verhindern brütende Uhus weiteres Windrad?

Windpark Aldenhoven-Nord: Verhindern brütende Uhus weiteres Windrad?

Von: Antonius Wolters
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Experten von BUND, NABU und der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE) halten es entgegen eines Gutachtens der Firma Raskin Umweltplanung und -beratung für erwiesen, dass die Kiesgrube Tholen (Bild) 2017 als Uhu-Brutplatz genutzt worden ist. Foto: Wolters
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Dieser prächtige Uhu löste 2015 einen Einsatz „Tier in Not“ der Feuerwehr Aldenhoven aus, nachdem er im Bereich der Anschlussstelle Aldenhoven der A44 gegen einen Lkw geprallt war. Foto: Feuerwehr

Aldenhoven. Verhindert der Uhu, dass im Windpark Aldenhoven-Nord im Bereich der beiden Kiesgruben eine weitere Windenergieanlage (WEA) errichtet wird? In diese Richtung zielen jedenfalls die Mitteilungen der Kreisgruppe Düren des BUND, des NABU-Kreisverbandes Düren und der Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen (EGE), die sich dezidiert zum Uhuvorkommen im Bereich der Windkraftkonzentrationszone IV der Gemeinde Aldenhoven äußern.

Vergangenen Sommer hatten die Naturschutzverbände Unterlagen über die Planungen für eine Deponieerweiterung nördlich von Aldenhoven und für eine weitere neue WEA in diesem Bereich erhalten und machten die Untere Naturschutzbehörde auf ein dortiges Uhu-Vorkommen aufmerksam.

Nachdem das Institut für Vegetationskunde, Ökologie und Raumplanung (IVÖR) einen ökologischen Fachbeitrag zur Deponieerweiterung und das Büro Fehr die Artenschutzprüfung zum Bau der WEA verfasst hatte, gab der Kreis ein weiteres Gutachten zu Uhubruten in dem Gebiet in Auftrag. Die Expertise „Zur Berücksichtigung des Uhus im WP Aldenhoven-Nord“ der Firma Raskin Umweltplanung und -beratung ist von den Naturschutzverbänden unisono auf inhaltlicher und fachlicher Ebene wegen des späten Untersuchungszeitraums und möglicher Lücken heftig in die Kritik geraten.

So fiel das Foto eines Uhupaares im IVÖR-Gutachten auf, das sich während der Bestandserhebung 2012 regelmäßig in einem Gehölz aufhielt, das an die Kiesgrube Tholen grenzt. Ein konkreter Brutnachweis sei laut IVÖR aber nicht erbracht worden, während Fehr das Vorkommen des Uhu in diesem Gebiet rundweg verneint. Dem steht der Fund eines ausgewachsenen Uhus entgegen, der 2015 nördlich von Aldenhoven an der Anschlussstelle der A44 von der Feuerwehr bei einem Einsatz „Tier in Not“ verletzt aufgefunden wurde. Der Vogel war wohl in der Dunkelheit gegen einen Lkw geflogen und verletzte sich so schwer, dass er anschließend eingeschläfert werden musste.

Charakteristische Kotspuren

Zudem habe es glaubwürdige Aussagen aus Jägerkreisen gegeben, wonach der Uhu schon 2013 und 2014 in der Grube Tholen gebrütet hat. Stefan Brücher, namhafter Uhuexperte der EGE, recherchierte er Anfang August selbst in der Grube Tholen. Er fand dort „Hinterlassenschaften von Uhus, die eindeutig eine Brut belegen“, heißt es in der Stellungnahme von BUND und NABU. Aufgrund charakteristischer Kotspuren und Gewölle habe er den Wandbereich der Kiesgrube als Brutplatz einkreisen können.Zudem fand er im benachbarten Wäldchen einen noch nicht voll flugtauglichen Junguhu, den er beringte. Wenige Tage später trafen Doris Siedhoff (BUND), Achim Schumacher (NABU) und ein ortsansässiger Naturschützer hier auch auf einen Altvogel, Gewölle und Rupfungen. All diese Hinweise und Feststellungen lassen nach Ansicht der Naturschützer nur den Schluss zu, „dass der Uhu mindestens seit 2013 Brutvogel ist“.

Vor diesem Hintergrund könne das Gutachten des vom Kreis beauftragten Planungsbüros Raskin als Versuch gewertet werden, den Bau einer Windkraftanlage trotz offenkundiger Planungshindernisse dennoch zu ermöglichen und finanzielle Einbußen der bestehenden Windräder zu verhindern. Das Uhu-Vorkommen schließe im laufenden Verfahren zur Änderung des zugehörigen Bebauungsplanes 57 DE eine Genehmigung für das geplante Windrad aus, schreiben die Verbände.

Für die bestehenden WEA in der 1000 m-Schutzzone für den Uhu erwarten sie weiterhin, dass die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Düren zur Berücksichtigung des Artenschutzes wirksame Schutzmaßnahmen festlegt, etwa die zeitweise Abschaltung der bestehenden WEA.

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