Linnich - Windkraftanlagen: Anhörung soll alle Beteiligten einbinden

Windkraftanlagen: Anhörung soll alle Beteiligten einbinden

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Linnich. Die Linnicher Kommunalpolitik beschreitet einen ungewöhnlichen Weg. Im laufenden Verfahren um die Ausweisung einer Vorrangzone für Windkraftanlagen im Bereich Körrenzig/Kofferen/Hottorf wird erstmals eine Anhörung angesetzt,

Anders als bei einem reinen Abwägungsverfahren, in dem Einwände oder Bedenken schriftlich vorgebracht und im „Schnelldurchgang” (Hans-Friedrich Oetjen, SPD) beschieden werden, kann ein Anhörungsverfahren eine zeitraubende Sache sein. Jeder könne sich äußern und seine Bedenken vortragen, „und wenn das drei Tage dauert”, wie Bürgermeister Wolfgang Witkopp verdeutlichte.

Windkraft im Sechserpack

Der Initialfunke dieser Entwicklung ging von den Hottorfer Bürgern aus, die gegen die Errichtung von sechs 200 Meter hohen Windkraftanlagen in einem Abstand von nur 1000 Meter zum Ortsrand protestieren. Deren Aktivitäten und nicht zuletzt der Aufmerksamkeit war zu verdanken, dass das Ausmaß des geplanten Sechser-Packs ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückte.

In der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses war eigentlich keine Diskussion zur Windkraft-Vorrangzone Körrenzig/Kofferen/Hottorf vorgesehen. Der Ausschuss sollte lediglich über die Einwände der Hottorfer Bürger in Kenntnis gesetzt werden. Ausschussvorsitzender Oetjen ging aber rasch in die Offensive und empfahl ohne Umschweife das Anhörungsverfahren. Damit gebe man allen Beteiligten die Möglichkeit, sich zu äußeren.

CDU-Sprecher Hans-Willi Dohmen hielt diesen Vorschlag „im Rahmen eines laufenden Verfahren nicht für glücklich”. Gegen eine Informationsveranstaltung aber hätte er nichts. Letztlich zweifelte Dohmen die Ernsthaftigkeit der Anhörung an.

Auf breiter Basis diskutieren

Im Gegensatz zur CDU-Forderung, die Frage nach Ausweitung von Windkraft-Konzentrationszonen auf breiter Basis öffentlich zur Diskussion zu stellen, habe die Ratsmehrheit ihre Absicht dem Bürger übergestülpt

Eindeutig pro Anhörung sprach sich Dr. Klaus Selter (FDP) aus. Angesichts der Bedeutung und vor allem des offenkundigen Interesses sei eine solche Veranstaltung im Vorfeld der Beschlussfassung nur zu begrüßen.

Das öffentliche Interesse war in der Tat zählbar. Aus Hottorf waren so viele Bürger zur Sitzung erschienen, dass die Zuhörerbank komplett besetzt war. Beschließen durfte der Ausschuss zwar nicht, aber „da sich niemand gegen ein Anhörungsverfahren” ausgesprochen habe, so Oetjen, wird es in die Wege geleitet.
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