Windkraft: Harte, aber auch weiche Tabukriterien

Von: Kr
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Sie hatten zur ersten Informationsveranstaltung eingeladen. Von links: Gutachter Volker Gemmel, Jan Schmidt, Hermann-Josef Reyer von der Stadtentwicklungs- und Dienstleistungsgesellschaft, Planungsausschussvorsitzender Hans-Friedrich Oetjen, und Hans Otto von der Heide vom Planungsbüro. Foto: Kròl

Boslar. Es war die erste einer ganzen Reihe von Infoveranstaltungen zu den geplanten Windkraftanlagen in Linnich-Boslar. Frühzeitig nimmt die Stadt ihre Bürger bei der Planung mit, und so hatte sie bereits im Rahmen des Bauleitverfahrens ins Boslarer Schützenhaus eingeladen.

Auf einem 47,82 Hektar großem Areal nördlich von Boslar an der Grenze zum Jülicher Stadtgebiet und in unmittelbarer Nähe zur Autobahn sind fünf Windkraftanlagen in Planung. Damit wäre dies die kleinste Windkraftzone in Linnich. Ausführlich berichtete Jan F. Schmidt bei der VDH Projektmanagement GmbH, zuständig für das Linnicher Projekt, vom Stand des Verfahrens.

Nachdem in der Standortuntersuchung harte und weiche Tabukriterien wie Entfernung zur Bebauung, Nähe von Naturschutzgebieten und Biotopen und viele andere Dinge ausgeschlossen worden waren, hat sich das Areal als geeignet herausgestellt. Ab Anfang Dezember werden die Pläne nun im Rathaus ausgelegt, und jeder Bürger hat das Recht, sie einzusehen, seine Meinung, Einwände und Vorschläge kund zu tun.

Sie fließen mit in die weitere Bearbeitung und Planung ein. Es folgen eine weitere Bürgerversammlung und der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans. Von einer rein landwirtschaftlichen Nutzung wird er in eine Fläche mit Nutzung für erneuerbare Energien umgewandelt werden.

Zügig sollen alle nötigen Verfahren abgewickelt werden, dennoch rechnet Hans Otto von der Heide, Geschäftsführer des Planungsbüros, noch nicht mit einer Bautätigkeit im Jahre 2014. Errichtet werden sollen in dieser Windkraftzone Anlagen mit einer Höhe von 200 Metern. Sie sind effektiver und, wie von Gutachter Volker Gemmel und von der Heide zu erfahren war, auch ruhiger im Lauf.

Ihre Drehzahl liegt bei 16 Umdrehungen pro Minute, während kleinere Anlagen 32 Mal drehen. Außerdem, so betonten beide, habe sich viel getan in Bezug auf Geräuscharmut. Mehr als die gesetzlich erlaubten 45 dba dürften daher in Boslar nicht ankommen, und beide betonten, dass dies nicht viel sei und unter dem normalen Straßenverkehr liege.

50 Häuser in Boslar könnten zudem vom Schattenwurf betroffen sein. Hier liegt die maximale Belastung bei 30 Minuten Schattenwurf am Tag oder 30 Stunden im Jahr. Natürlich waren dies Themen, die die zahlreichen Boslarer Bürger, die gekommen waren, bewegten. Daran wurde eine rege Diskussion geknüpft, und Hans Otto von der Heide riet, Meinung bei der Offenlegung kund zu tun.

Weiterhin erinnerte er daran, „dass der Vorhabenträger den Bürgern auch eine Beteiligung einräume und man Anteilsscheine erwerben könne“. Zum Abschluss dankte von der Heide für den offenen und fairen Umgang miteinander.

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