Willi Zehnpfennig: Ein echter Teamplayer mit dem Saxofon

Von: Guido Jansen
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An den Platz in der ersten Reihe für dieses Foto musste sich Willi Zehnpfennig gewöhnen. Der 77-Jährige aus Oberzier gehört der Bläservielharmonie Hambach von Beginn an an. Foto: Guido Jansen

Hambach. Willi Zehnpfennig grinst ein wenig verschmitzt, als er folgenden Satz spricht. „Ich bedanke mich auch bei den Zuhörern, die mein Spiel 50 Jahre lang ertragen haben.“ So ganz ernst meint er den Satz nicht. Denn der 77-Jährige ist stolz darauf, dass er seit 50 Jahren einen der Saxofonisten bei der Bläservielharmonie Hambach gibt.

Von Anfang an ist er dabei, seit es die Hambacher Gruppe gibt. Und er fühlt sich wohl, fährt jeden Freitag mit großer Vorfreude zu den Proben.

Nur nicht so ganz beim Fototermin, bei dem er im Vordergrund stehen soll. Lieber wäre er auf der Höhe seiner Mitspieler stehen geblieben und nicht davor. „Nein, Willi, das geht nicht. Es geht um dich“, sagt Dirigentin Anna Christina Kleinlosen. Also stellt sich Willi Zehnpfennig aus Oberzier in die erste Reihe. Fürs Foto. „Ich spiele nicht mehr das erste Saxofon. Das machen jetzt die Jüngeren. Und das ist gut so“, sagt er.

Angefangen auf der Klarinette

Angefangen hat 77-Jährige mit 20, auf der Klarinette. „Wer Saxofon spielen will, der muss auch die Klarinette können“, sagt er. Die Griffe mit der Hand seien fast identisch. „Die Klarinette ist ein schönes Instrument, aber das Saxofon war für mich irgendwie immer interessanter“, schildert er, warum er früh umgestiegen ist. Zehn Mark Sonntagsgeld hat er damals gehabt. Fast ein Jahr hat er gespart, bevor er sich sein erstes Saxofon kaufen konnte, eine Hohner.

Später legte er sich noch eine zweites Saxofon zu, aus dem Haus Kohlert, Baujahr 1937; ein Jahr älter als er. Willi Zehnpfennig mag alte Dinge, sie sind neben der Musik seine zweite große Leidenschaft. Alte Technikschätzchen wie Rechenmaschinen, Traktoren und Mopeds haben es ihm angetan, die sammelt und pflegt er mit seiner Frau Margarete.

Die große Leidenschaft ist und bleibt aber die Musik. Das merkt er immer wieder. Beispielsweise, als er mal einen Unfall erlitten hat und drei Monate nicht spielen konnte. „Das war wirklich hart für mich.“ Früher, als er gerade in seinen Beruf als Dreher eingestiegen war, arbeitete er bis sieben Uhr. Danach ging es schnell nach Hause, damit er um acht Uhr rechtzeitig bei den Proben war. In den 60er Jahren stellte er die Musik dann kurzzeitig hinten an. Das waren die Jahre, als er eine Familie gründete und ein Haus baute. 1965 stieg er wieder ein und schloss sich im Gründungsjahr der Bläservielharmonie Hambach an.

„In unserer Gegend gab es weit und breit keine solche Kapelle. Das war schon etwas besonderes. Und es ist es immer noch“, sagt Zehnpfennig. „Das ist ein sehr freundschaftlicher Verein. Es geht um mehr als Musik, da haben sich schon Ehepaare gefunden. Und die Fahrten waren immer schön.“ Einmal, erinnert sich Zehnpfennig, hat die Bläservielharmonie mal alle anderen Orte mit Namen Hambach in Deutschland besucht und dort gespielt. Klassik, Musicals, Swing: „Unser Repertoire gefällt mir sehr gut“, sagt Zehnpfennig, der weiter spielen will, „so lange der liebe Gott es zulässt“.

Das soll so lange wie möglich sein, hoffen seine Mit-Musikanten bei der Bläservielharmonie. Der 77-Jährige ist nicht nur wegen seines Spiel beliebt. „Er geht immer sehr offen und freundlich auf alle zu, auch auf die, die neu dazu kommen“, sagt Dirigentin Kleinlosen. Willi Zehnpfennig ist ein echter Teamplayer, der nicht so gerne im Vordergrund steht.

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