Wiederaufbau der Düppelsmühle hat begonnen

Von: Daniela Mengel-Driefert
Letzte Aktualisierung:
12108595.jpg
Das Gerüst des in den Niederlanden gefertigten neuen Daches wird neben dem Ständer der Düppelsmühle aufgebaut und später mit einem Kran auf den noch vorhandenen Mühlenkasten gehoben. Foto: Mengel-Driefert

Titz. Einst fegte Sturm Ela Teile der Düppelsmühle über die Felder. Nun endlich schreitet der Wiederaufbau mit großen Schritten voran. Einige Arbeiten sind getan, viele stehen noch aus. „Unser Auftrag ist es, die Mühle so herzustellen, dass sie sich wieder dreht, bremst und mahlt“, sagt Mühlenbauer Gerben Vaags.

Sicher ist somit, die Düppelmühle wird wieder funktionstüchtig und ohne Zweifel ein Kleinod in der Region werden.

Welche Arbeiten sind schon erledigt? Die niederländische Firma Vaags hob vor Wochen den Mühlenkasten vom Ständer und montierte neue, tragende Eichenbalken unter den Kasten. „Alles was hell ist, ist neu“, sagt Vaags und erklärt, dass das gesamte Mühlengewicht mit geschätzten 30 Tonnen von zwei Hauptbalken getragen wird und diese Balken erneuert worden sind.

Derzeit arbeiten die Mühlenbauer am Dach der Mühle. Vom Dach oder der Kappe wie die Niederländer sagen, war nach dem Sturm kaum etwas übrig. Die Kappe war schlicht und einfach weg. Der Wiederaufbau soll originalgetreu erfolgen, doch wie rekonstruiert man etwas ohne Vorlage? „Das war speziell“, gibt Gerben Vaags zu, der den Eindruck macht, dass ihn nichts aus der Ruhe bringen kann.

Er bat Mühlenbesitzer Peter Wirtz um Fotos, stellte anhand der Bilder eine Neukonstruktion her. Lediglich zwei, drei alte Balken, die Wirtz auf dem Feld gefunden hatte, konnten verwendet werden, der Rest ist neu. Die Einzelteile fertigten die Mühlenbauer in der Werkstatt, transportierten sie nach Titz, bauen sie nun vor Ort auf, das Gerüst steht schon.

In der nächsten Woche erhält der Mühlenkasten ein neues Kleid, die alte Verkleidung kommt weg, wird gegen neue Lärchenbretter ausgetauscht. Die Mühlenbauer fertigen den Balkon neu, die Flügel, die Treppe ebenfalls, sie ist schon vor Ort. Neben der Treppe liegt ein langer, sichelförmiger Balken.

Der Fachbegriff lautet Stert, er bezeichnet einen Hebel mit dem der Müller die Mühle in den Wind dreht und anschließend gegen den Wind stützt. Die Rundung des Sterts entspricht dem Original und musste im Sinne der Denkmalpflege genauso wieder hergestellt werden. „Dafür haben wir einen entsprechend geformten Baum ausgesucht und genau abgezeichnet“, erklärt Vaags seine Vorgehensweise.

Noch ziemlich viel zu tun

Wenn alles fertig ist, wird der Mühlenkasten mit einem Kran auf den Ständer gesetzt, das Dach auf den Kasten gehoben, werden die Bremse und ein Riesenzahnrad eingesetzt, Mahlsteine, Stert und Treppe ergänzt. Wird die Mühle zukünftig in Betrieb genommen und mit dem Stert in den Wind gedreht, braucht sie noch Ankerpfosten, denn daran wird sie mit Ketten befestigt.

Aus diesem Grund montiert Vaags zwölf Pfähle rund um die Mühle. Zum Schluss werden die Flügel befestigt.

Wann alles fertig ist? „Da ist noch ziemlich viel zu tun“, antwortet Vaags. Dennoch wagt er eine Einschätzung: „Mit der Fertigstellung der Flügel wird es Herbst werden.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert