Wieder ein amüsantes Feuerwerk op Platt

Von: ptj
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Die führenden Köpfe der „Mundartfreunde“, Schorsch Thevessen (l.) und Heino Bücher, sind mit Ursel Schmidt „met dr Quetsch“ unterwegs. Foto: Jagodzinska

Jülich. Zum wiederholten Male feierten die VHS Jülicher Land und die „Mundartfreunde“ des Jülicher Geschichtsvereins Jubiläum. 2015 war es die 20. Mundartveranstaltung, die es zu feiern galt. Jetzt sind tatsächlich 20 Jahre vergangen, seit das so erfolgreiche Event 1996 zum ersten Mal über die Bühne ging.

Wieder gab es zwei aufeinander folgende, gut dreistündige Vorstellungen mit jeweils gut 100 Besuchern, die einen richtig heiteren Abend verlebten. Erkennbar hatte sich das Mundartensemble verjüngt. Die vier Neuzugänge Franz Cremer, Trudi Dolfus, Peter Narowski und Anke Schiffer, die sich allesamt sehen und vor allem hören lassen können, ersetzen altgedienten Muttkrate, die nicht mehr auf die Bühne treten können. Zum zweiten Mal dabei war Margret Mönch.

„Dat amüsante Programm zosammejeknuv“ hatten Heino Bücher und Schorsch Thevessen, die führenden Köpfe der Mundartfreunde. Sie stimmten auch „Leedche“ an, begleitet von Ursel Schmidt „mit dr Quetsch“.

Alte Bekannte

Im Jubiläumsjahr durften alte Bekannte erst recht nicht fehlen, nämlich die Mundartfreunde aus Bad Münstereifel, die von Anfang an mit ihren überzeugend gespielten Sketchen die Jülicher Mundartveranstaltungen würzen.

Es wurde also „jesonge, verzallt on jespellt, amüsante Mundartgedichte und -geschichten aus der guten alten Zeit, mit und ohne Reim, aus fremder oder eigener Feder. In „Ons Mottersproch“ von Edmund Giesen bot Peter Narowski auch gleich eine Vokabelstunde in Deutsch – Ripuarisch an. Über die „Bure Liss“ oder den „Rude Wing dä stopp“ – wenn auch trotz sieben Flaschen Wein keine Löcher – las Anke Schiffer.

„Dä Jroschen em Pott“ von Christian Thill hatte Franz Cremer ausgewählt, eine köstliche Geschichte um einen Nachbarschaftsstreit mit wüsten Beschimpfungen wegen eines Milchpotts. Schorsch Tevessen las „De Prädich“ von Jean Jenniches, die mit dem Beispiel eines sterbenden Wurmes im Schabau-Glas junge Männer vom Alkohol abbringen soll. Im Gegenzug verleitet sie aber den tugendhaften Köbes zum Trinken – um seinen Bandwurm zu töten. Trudi Dolfus bot in „De Jeldautomat“ von Josef Heinrichs augenzwinkernd die Lösung aller Geldprobleme an.

Eine nette Geschichte, im doppelten Wortsinn „fürs Auge“, war „Wer net hüre well, moss föhle“ von Josef Schregel, „vüejedrage“ von Ursel Schmidt. Besonders köstlich waren wieder die Geschichten von Heino Bücher aus eigener Feder, etwa „Aus dem Leben eines Ehemannes“, der unterm Pantoffel steht, oder „Om Weihnachtsmaat“, wo die Oma fast vergessen wird.

Traditionell spielten die „Mundartfrönde us Mönstereefel“ zum Höhepunkt der Veranstaltung vier Sketche aus der Feder ihres Kopfes Karl Roberz. Jakob und Hein, nicht der englischen Sprache mächtig, diskutieren den „Table dance“ als neue Erwerbsquelle für die übergewichtige Ehefrau. „Dä neue Hot“ der Nachbarin bringt Unruhe in die wohlverdiente Kaffeepause einer fleißigen Hausfrau und wirft gleichzeitig einen Blick auf die Feuerlöschversuche des phlegmatischen Untermieters. „Der Angler“ tritt mit seiner Angel in direkten Kontakt mit dem Publikum, bevor er sich von einem anderen Fischer vergraulen lässt.

Die meisten Lachsalven erntete „Der Theaterbesuch“ eines naiven Ehepaares, der natürlich letztendlich gar nicht zustande kommt. Nach „Tant Jret em Minirock“ mit einer Prise Zweideutigkeit ging der Mundartabend allmählich über ins Adventliche, ohne deswegen weniger amüsant zu sein.

Abschließend waren Bücher, Thevessen und Schmidt wieder „mit dr Quetsch“ unterwegs, und zwar als „Drei Könige aus dem Morgenland“. Das Schlusslied, das von einem lustigen Abend wieder hinaus in den ungemütlichen November führte, wurde wieder gemeinsam angestimmt: „Et wied jo 0ad düster“.

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