Wie viele Sportstätten kann sich die Gemeinde noch leisten?

Von: ahw
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Aldenhoven. Um die Finanzen der Gemeinde Aldenhoven in den Griff zu bekommen, gilt für die Stärkungspakt-Kommune ein Haushaltssanierungsplan.

Den hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung um eine Maßnahme ergänzt: So soll ein Sportstättenentwicklungskonzept erarbeitet werden mit dem Ziel, Mittel für die Haushaltskonsolidierung zu erzielen.

Im Beschlussvorschlag der Verwaltung war noch von die Durchführung eines Sportstättenentwicklungskonzeptes zu lesen, doch das mochten die Fraktionen nicht auf den Weg bringen, ohne den Inhalt des Konzeptes zu kennen, dessen Erstellung die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) unterstützen soll. Nach einer Bedarfsermittlung, welche Sportstätten im Gemeindegebiet überhaupt noch benötigt werden, solle das Konzept die bisherigen Standards und Angebote wahren, war zu hören. Insbesondere das Einschalten der GPA „schmeckte“ den Fraktionen offenbar nicht.

So meldete SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven ganz offen Bedenken gegenüber der GPA an, auch wenn er in der Sache ein Entwicklungskonzept für die Sportstätten begrüßte. „Wir müssen etwas ändern“, rechnete er vor, dass in den kommenden Jahren im Gemeindegebiet alljährlich noch rund 100 Kinder hinzukommen, die etwa im Bereich Fußball nur noch ganz wenige Mannschaften bilden werden. Deshalb gehe es darum, die vorhandenen Sportstätten intelligent zu nutzen, ohne seitens der Politik gleich einen Freifahrschein auszustellen.

Keinen Blankoscheck ausstellen

Ähnlich argumentierte CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Krapp, der ebenfalls keinen Blankoscheck mittragen mochte, sondern dafür plädierte, erst ein Konzept zu entwickeln, dann zu prüfen und erst dann umzusetzen. Zudem bezweifelte Krapp, dass die GPA ihre Hilfe kostenfrei zur Verfügung stelle.

Es sei wichtig für den Frieden im Ort, die vorgeschlagenen Maßnahmen erst zu bewerten, schlug FWG-Fraktionssprecher Dieter Froning in die gleiche Kerbe. Die Diskussionen in den einzelnen Ortschaften hätten schon begonnen, welchen Luxus sich die Gemeinde bei der Zahl der Sportstätten künftig überhaupt noch leisten könne.

Die Frage zur Rolle der GPA und ob diese – analog zum Sparkommissar – hier hoheitliche Funktionen wahrnehmen darf oder die Entscheidung weiterhin beim Gemeinderat liegt, interessiert die Fraktionen noch weit mehr und dürfte sich im Zuge der Erweiterung des Sanierungsplanes noch zeigen. Die Entwicklung eines Sportstättenentwicklungskonzeptes brachte der Gemeinderat jedenfalls einstimmig auf den Weg.

Gebühren verabschiedet

Auch Gebühren standen im Gemeinderat zur Tagesordnung. Bei der Abwasserbeseitigung steigt die Gebühr beim Schmutzwasser von bisher 3,71 Euro pro Kubikmeter Frischwasserbezug um rund sieben Prozent auf 3,99 Euro. Sogar um rund acht Prozent wird die Gebühr beim Niederschlagswasser von bisher 0,75 auf 0,81 Euro pro Quadratmeter versiegelter Grundstücksfläche erhöht. Die neuen Gebührensätze wurden jedenfalls einstimmig verabschiedet.

Bei den Gebühren für den Winterdienst präsentierte die Verwaltung zwei Varianten: Während die CDU die mit 0,49 Euro pro Meter Straßenfront günstigere Variante bevorzugte, schloss sich die SPD-Fraktion dem Vorschlag der Verwaltung an. Die ist mit 0,51 Euro pro Meter zwar leicht teurer, entlastet aber gleichzeitig den Bauhof, dessen Aufwand durch den Wegfall schwierig zu erreichender Straßen reduziert wird. Gleichzeitig soll aber auf jeden Fall sichergestellt bleiben, dass an für die Verkehrssicherheit relevanten Kreuzungen im Gemeindegebiet weiterhin bei glatter Witterung gestreut wird. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltung wurde der Vorschlag am Ende mehrheitlich angenommen.

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