Wie erstellt man ein Geruchsgutachten über Landluft?

Von: Guido Jansen
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Inden. Verloren im Dickicht der Gutachten – so könnte der Titel der Dokumentation lauten, in der gezeigt wird, was aus dem Sportplatz in Frenz wird. Die einfache Antwort lautet Bauland. Das entsteht irgendwann da, wo bis vor einiger Zeit Fußball gespielt wurde.

Aber erst dann, wenn die Indener Gemeindeverwaltung und die Politik den Weg durch das Dickicht der Gutachten gefunden haben. Das wurde den Mitgliedern des Ausschusses für Gemeindeplanung und -entwicklung jetzt klar, als Regina Dechering vom Bauamt auf Antrag der Grünen-Fraktion den Sachstand schilderte.

Zuerst erklärte sie die Vorgabe des Landes. Demnach darf in Frenz nur gebaut werden, um Wohnraum für Frenzer zu schaffen. Bauland, das den Ort mit Zuzug nachhaltig wachsen lässt, sieht der sogenannte Landesentwicklungsplan nicht vor.

Zum Zweiten kollidieren rund um den Sportplatz zwei Bauvorhaben. Das der Gemeinde und das des Bio-Bauernhofs, der überdachte Freilaufgehege für seine Hühner plant. Weil der Bio-Bauernhof-Plan aus Sicht der Gemeinde das Baugebiet gefährdete, hatte der Rat eine sogenannte Veränderungssperre verhängt.

Die Betreiber des Bio-Bauernhofs gingen danach öffentlich in die Gegenoffensive, weil sie sich in ihrem Bestreben zu wachsen eingeschränkt fühlten. „Wir haben diese Veränderungssperre erwirkt, weil die Verwaltung uns dazu geraten hatte, damit wir Zeit gewinnen“, sagte Rudi Görke (SPD). An der Absicht, beide Vorhaben möglich zu machen, habe das nichts geändert.

Drei Gutachten mussten für beide Vorhaben eingeholt werden: eines, das die Belange des dort brütenden und jagenden Steinkauzes beleuchtet, eines für die Altlasten im Boden und eines über Geruchs- und Schallbelästigung. Roul Combach (SPD), Frenzer Anwohner, hatte für einen Teil der Gutachten kein Verständnis.

„Mir soll man bitte jemand erklären, wie man ein Geruchsgutachten erstellt“, sagte er und schickte einen Kommentar hinter, mit dem er zum Ausdruck brachte, wie wunderlich es sei, auf dem Land ein Gutachten über die von einem Bauernhof kommende Landluft zu machen. Damit sei man in Frenz aufgewachsen.

Ebenso wenig Verständnis hatte er für das Altlasten-Gutachten. Der Sportplatz liegt im Bereich des alten Indearms vor der Begradigung. Das Gutachten habe laut Dechering ergeben, dass die Metallbelastung die Grenzwerte für eine öffentliche Parkanlage nicht überschreite, wohl aber die für eine Kinderspielfläche. Das beeinträchtige die Planung. „Ich bin da aufgewachsen und kann mich nicht erinnern, dass da je ein Kind tot von der Schaukel gefallen ist“, kommentierte Combach.

Umstände mache das Ergebnis des Steinkauz-Gutachtens. In den Böschungen rund um den Sportplatz fänden die Tiere Mäuse als Nahrung, für diese Jagdfläche muss ein Ausgleich her, der laut Dechering im Zusammenspiel mit dem Bauern ausgewiesen werden könne. Und der in der Bauphase entstehende Lärm könne während der Brutzeit laut Dechering mit einer mobilen Schutzwand aufgefangen werden. Mit der Erschließung des Gebiets rechne Dechering 2018.

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