Widerstand gegen Windkraftriesen wächst

Von: Antonius Wolters
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Boslar. Immer mehr Leute schließen sich der Bürgerinitiative Boslar/Mersch „Für eine Windkraft mit Augenmaß“ an, die regelmäßig bei Heinz-Werner Themann in Boslar zusammenkommt. Die Bürger fühlen sich als Versuchskaninchen, da Erfahrungen mit den geplanten, bis zu 200 Meter hohen Windrädern bisher in NRW nicht vorliegen.

Somit beruhten die Angaben zu Lärmimmissionen eher auf Schätzungen oder Hochrechnungen denn auf Messungen, wird von den Bürgern beklagt. Ein unkalkulierbares Risiko seien somit die Auswirkungen und Einflüsse auf Landschaft, Umwelt, Tierwelt und nicht zuletzt die Gesundheit der Menschen.

Die bei Boslar geplanten Windenergieanlagen (WEA) haben Nabenhöhen von 140 bzw. 143 Metern und Rotordurchmesser von 112 oder 114 Metern. Als entscheidend wird von der Bürgerinitiative der Abstand zur Wohnbebauung erachtet. Getreu ihrem im Namen angemahnten Augenmaß pocht die BI bei den Abständen auf den zehnfachen Wert der Höhe der WEA, das wären in diesem Fall 2000 Meter. In der Nachbarkommune Titz, wo ebenfalls das Erkelenzer Planungsbüro VDH die Fäden gezogen hat, sei immerhin die achtfache Windrad-Höhe als Mindestabstand durchgesetzt worden.

Ohnehin wird von der Initiative das Planungsbüro kritisch beäugt. Den Bürgern stößt insbesondere sauer auf, dass bei ihren Anregungen und Bedenken, die im Rahmen des Bauleitverfahrens abgegeben werden, das Büro VDH, das nicht als unabhängig erachtet wird, die Abwägungen vornimmt und formuliert, die dann von der Kommunalpolitik nur noch abgenickt würden.

Zwischenzeitlich hat die BI damit begonnen, Kontakt zu den im Linnicher Stadtrat vertretenen Fraktionen aufzunehmen, um dort die bestehenden Bedenken anzumelden. Im beginnenden Wahlkampf soll Druck aufgebaut werden, um beispielsweise im laufenden Verfahren besagte Abstandsflächen zu realisieren. Da auch eine Bürgerinitiative durch Gemeinsamkeiten gestärkt wird, ist zudem eine engere Abstimmung mit der BI Hottorf geplant, die in einer anderen Konzentrationszone mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat.

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