Inden/Eschweiler - Widerstand gegen Schließung des A4-Anschlusses Weisweiler

Widerstand gegen Schließung des A4-Anschlusses Weisweiler

Von: Guido Jansen
Letzte Aktualisierung:
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Bleibt der Autobahnanschluss Weisweiler erhalten oder wird er wie bisher geplant zurückgebaut? Das ist die Frage, auf deren Antwort nicht zuletzt die Gemeinde Inden gespannt wartet. Geht es nach Indener Willen, dann muss die Anbindung unbedingt bleiben. Foto: Guido Jansen

Inden/Eschweiler. Die Stadt Eschweiler, der Kreis Düren, die Städteregion Aachen, RWE sowie die Gemeinden Langerwehe und Inden sind sich sicher: Nummer sechs muss bleiben.

Die Autobahnanschlussstelle Weisweiler (Nummer sechs auf der A4) ist eine Ausnahme. Und deswegen wollen sie bewirken, dass Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt darauf verzichtet, die Anschlussstelle wie geplant schließen zu lassen.

Die Indener Stimme mag in diesem Konzert der Stimmen aus der Region die mit dem kleinsten Volumen sein. Andererseits wäre die Gemeinde von der Schließung womöglich am stärksten betroffen.

Geplant ist, dass Weisweiler dicht gemacht wird, wenn Luchem vier Kilometer weiter in Richtung Düren fertig ist. Einen konkreten Zeitpunkt dafür gibt es nach Auskunft der Pressstelle von Straßen NRW noch nicht. Mit Weisweiler, Luchem und Eschweiler-Ost gäbe es dann drei Anschlussstellen innerhalb von siebeneinhalb Kilometern. Das ist zu viel, normalerweise.

Unter anderem stellen so viele Auffahrten innerhalb so kurzer Strecke ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar. Bisher steht der Beschluss des NRW-Verkehrsministerium aus dem Jahr 1995, Weisweiler zu schließen, wenn Luchem fertig ist. Das Bundesverkehrsministerium hat das zuletzt 2011 bestätigt.

Befehlskette

Die Stadt Eschweiler hat am 20. Mai ein Gutachten bei der Regionalstelle Eifel/Ville von Straßen NRW eingereicht, in dem Argumente für den Erhalt aufgeführt werden. Das Gutachten muss jetzt seinen Weg gehen in der Befehlskette von unten nach oben: Von der Straßen NRW-Außenstelle Euskirchen geht es in die Zentrale nach Gelsenkirchen, von dort aus zum Landesverkehrsministerium und dann zum Bundesverkehrsminister. Vorausgesetzt, dass das Gutachten an jeder Stelle Zustimmung findet.

Derzeit befindet sich der Antrag noch ganz am Anfang, er wird auf der Regionalstelle geprüft, in Gelsenkirchen liegt er noch nicht vor. Das erklärte ein Sprecher von Straßen NRW. Landrat Wolfgang Spelthahn hat für den Kreis Düren ein Schreiben an alle Entscheidungsstellen in der Befehlskette geschickt, in dem er sich für den Erhalt ausspricht. Am Donnerstag beschließt der Indener Hauptausschuss aller Voraussicht nach, mit einem Antrag für den Erhalt der Anschlussstelle in das Konzert für den Erhalt einzustimmen.

Die Indener Argumente: Das Gewerbegebiet, dass die Gemeinde und die Stadt Eschweiler zwischen dem Kraftwerk und der Ortschaft Frenz aufziehen wollen, „würde an Attraktivität verlieren, wenn der unmittelbare Autobahnanschluss wegfällt“, sagt Indens Bürgermeister Ulrich Schuster. Dabei sei gerade die Gegend um das Kraftwerk ein wichtiger Standort für den Strukturwandel, der gelingen soll, wenn das Braunkohlekraftwerk Weisweiler irgendwann nicht mehr produziert.

Aber ein wichtiger Standort, der einen unmittelbaren Autobahnanschluss hätte haben können, sei eine vergebene Chance.

Weniger Durchgangsverkehr

„Wenn die Abfahrt Weisweiler bleibt, dann erreichen wir eine kürzere Anbindung für die touristischen Attraktionen, die entstehen, wenn der Tagebau Inden zu einem See geworden ist“, sagt Schuster. Ganz einfach: Über Weisweiler wäre der bei Lamersdorf geplante Hafen für Touristen erreichbar, ohne dass sie über Luchem durch Inden/Altdorf und Lucherberg fahren müssten.

Die bei Lucherberg geplanten Strände hingegen liegen irgendwann einmal unmittelbar an der Abfahrt Luchem. Nicht nur der touristische Verkehr bliebe den Indener Ortsteilen mit den vielen Neubaugebieten erspart. Auch der Pendlerverkehr. Wenn aus dem Tagebau ein See wird, dann soll eine Landstraße parallel zum Ufer verlaufen, die eine schnelle Anbindung von Jülich nach Eschweiler bedeutet.

Ohne die Anschlussstelle Weisweiler wäre Luchem die nächste Möglichkeit, in Richtung Köln auf die A 4 zu fahren. Also liefe dieser Verkehr wieder durch die Ortschaften. „Wir reden ja hier nicht über den Neubau einer Anschlussstelle“, sagt Schuster. „Wir reden darüber, dass ein bestehender Anschluss erhalten bleiben soll. Der Erhalt ist über Jahre sicher erstmal günstiger als der Rückbau.“ Und die Sicherheit sei auch gegeben. Beides werde im dem Gutachten deutlich.

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