Widerspruch gegen Aktivisten bei Protestaktion

Von: jan
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Mit Bannern, die über die Zufahrt zum Forschungszentrum gespannt wurden, hatten die Unterstützer von „Stop Westcastor“ am Mittwoch protestiert. Foto: Jansen

Jülich. Das Forschungszentrum Jülich (FZJ) und der Jülicher Landtagsabgeordnete Josef Wirtz (CDU) haben Stellung bezogen zur Protestaktion des Bündnisses „Stop Westcastor!“, die in dieser Woche vor dem Eingangstor des FZJ stattfand. Die Aktivisten werfen dem FZJ mangelnde Transparenz im Umgang mit den nuklearen Hinterlassenschaften aus der Zeit der Kernforschungsanlage vor.

Zudem fordern sie den Bau eines neuen Zwischenlagers in Jülich. So sollen die 152 Castoren mit den Brennelementkugeln in Jülich gelagert werden und nicht nach Ahaus oder in die USA transportiert werden. Den Mangel an Transparenz machten die „Stop Westcastor!“-Unterstützer unter anderem daran fest, dass der Termin der Tagung des FZJ-Aufsichtsrates geheim gehalten werde.

Dieser sei bisher immer an den Jahresempfang gekoppelt gewesen, der in dieser Woche in Bonn stattgefunden hat. Diesmal sei es nicht möglich gewesen, etwas über die Tagung zu erfahren, bei der über die Zukunft des Atommülls gesprochen werde. FZJ-Sprecher Jochen Mohr erklärte, dass Tagung und Jahresempfang diesmal zum ersten Mal nicht gekoppelt gewesen seien.

„Der Aufsichtsrat trifft sich in der nächsten Woche und dann steht das Thema Atommüll nicht auf der Tagesordnung.“ Dafür gibt es laut Mohr einen einfachen Grund: Das FZJ ist für die Hinterlassenschaften aus der Zeit des Kugelreaktors nicht mehr zuständig. Im vergangenen Jahr sei die Zuständigkeit auf die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) übertragen worden. An anderen Nuklearstandorten in Deutschland habe es genau solche Ausgründungen auch gegeben. „Das Forschungszentrum hat keine Entscheidungsgewalt mehr bei der Frage nach dem Umgang mit den Castoren“, sagte Mohr.

Josef Wirtz widersprach der Aussage der Aktivisten, dass das Zwischenlager in Ahaus in einem genau so schlechten Zustand sei wie das in Jülich. „Ahaus wird ständig dem neuesten Stand der Wissenschaft angepasst“, betonte er nach einer Expertenanhörung im Landtag. Zudem merkte er an, dass der Neubau eines Zwischenlagers in Jülich bedeuten könne, dass neben den Jülichern auch die 304 Castoren, die aktuell in Ahaus lagern, auf das Gelände des Forschungszentrums verlegt werden könnte.

„Das würde ja noch viel mehr Castortransporte bedeuten. Mit uns ist das nicht zu machen.“ In einer der kommenden Wirtschaftsausschusssitzungen wolle der Landtag das Thema Jülicher Castoren noch einmal diskutieren.

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