Wettstreit der Zupfmusiker steht im Zeichen des Austauschs

Von: Silvia Jagodzinska
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Zahlreiche Liebhaber gezupfter Saiten, darunter viele junge Leute, verfolgten in der Aula des Gymnasiums Haus Overbach in Barmen den Bundeswettbewerb der Zupfmusiker. Foto: Jagodzinska

Barmen. Mandolinen, Gitarren und Bässe erklangen am Wochenende beim Bundeswettbewerb für Zupforchester in der Aula von Haus Overbach. „Als Fachverband für Gitarren- und Mandolinenmusik in Deutschland wollen wir die Begegnung auf Bundesebene forcieren und beleben“, erläuterte Thomas Kronenberger, Präsident im Bund deutscher Zupfmusiker (BDZ), die Hintergründe.

In Kooperation mit dem BDZ-Landesverband NRW hatte letzterer die Organisation des ersten Wettbewerbs für Zupforchester im BDZ in Haus Overbach übernommen, in der Logistik unterstützt vom Mandolinenorchester „Rurtal“ Koslar, dessen Mitglied Helmut Lang Präsident des BDZ-NRW ist.

Gleichzeitig freute sich Kronenberger über die hohen Anmeldezahlen, so dass eine hochkarätige Jury nicht ausreichte. Neben Wettstreit und „Standortbestimmung“ der Spielqualitäten und der Interpretation der Literatur stand der Austausch unter den Musikern und nicht zuletzt die gezielte Nachwuchsförderung im Fokus.

Spaß am Musizieren fördern

Diese stärke nicht nur den Leistungsgedanken, sondern „fördert bei den jungen Menschen den Spaß am Musizieren gemeinsam mit anderen“, wie Lang es ausdrückte. Die Schirmherrschaft hatte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft übernommen, die einen Besuch der Veranstaltung allerdings nicht einrichten konnte.

Insgesamt 17 Ensembles aus drei Kategorien, die sich in ihrem Outfit genauso unterschieden wie in der Interpretation ihres Repertoires, wetteiferten um den Sieg. Die Konzertkleidung variierte vom klassischen schwarzen Anzug oder Kostüm mit weißem Schal oder Krawatte bis hin zum weißen T-Shirt zur schwarzen Jeans mit großer roter Papierblume im Haar.

Die Ensembles brachten durchweg einen ausgewogenen Mix aus klassischen, modernen, ernsten und heiteren Stücken zu Gehör. Sechs Ensembles der Kategorie B und vier C1-Kinderzupforchester gestalteten den Wettbewerbssamstag, vier Formationen der Kategorie A und drei C2-Jugendzupforchester den Sonntag.

Der Unterschied zwischen den Kategorien A und B liegt darin, dass erstere ein ausgewähltes Pflichtwerk vortragen muss. Die höchste Punktzahl, nämlich 25, erreichte in Kategorie B das von Friedrich Engelmann geleitete „Mandolinen- und Gitarrenorchester Empelde 1927“. Der Verein besteht aus drei Orchestern, eigens für den Wettbewerb in Jülich hatten sich Spieler des Jugend- und Hauptorchesters zusammengeschlossen. Beispiele aus ihrem Repertoire sind die „Canzona“ aus Canzona und Fantasia“ von Marcel Wengler, eine niveauvolle Spielmusik der Renaissance, oder das rhythmisch variierende Stück „Summertrip“ von Jürgen Klose in spannungsreicher Harmonik.

25 Punkte in der Kategorie C1 erreichte das „Jugendzupforchester Chanterelle“, geleitet von Ariane Lorch. Ein schönes Beispiel aus ihrem Programm ist die „Europäische Suite“ von Konrad Wölki, die ein slowakisches Morgenlied, eine finnische Hirtenweise, ein schwedisches Liebeslied und ein flämisches Seeräuberlied beinhaltet.

Das Repertoire am Samstag moderierte Juryvorsitzender Professor Martin Maria Krüger, gleichzeitig Präsident im Deutschen Musikrat, der auch die Sieger ehrte. Bei der Wertung der ausschließlich ersten und zweiten Plätze „war sich die ganze Jury völlig einig“, berichtete er hinterher.

Ein Bericht zum Wettbewerbssonntag folgt in einer der nächsten Ausgaben.

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