Wetter kann Besucher des Erntedankfests nicht schockieren

Von: ptj
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Liebhaber von Oldtimern: Hier interessiert sich ein Besucher für den kleinsten Schlepper aus dem Hause Güldner. Foto: Jagodzinska
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„Hollandwetter“: Guter Besuch des Erntedankfestes am Samstag

Jülich. „Die Stadt ist aufs Beste gerichtet. Nutzen Sie die Zeit, genießen Sie Jülich“. So begrüßte Werbegemeinschaftsvorsitzende Ute Werner am Freitagabend auf der Marktplatz-Bühne recht viele Gäste zum 36. Erntedankfest.

„Zu danken haben wir allemal Grund genug“ spannte sie den Bogen zum eigentlichen Hintergrund des Festes und lud zum sonntäglichen Open-Air-Gottesdienst am selben Ort ein. „Wem verdanken wir die Ernte?“, schlug der stellvertretende Bürgermeister Wolfgang Gunia in dieselbe Kerbe. Natürlich „dem da oben“ und den Landwirten, „die wir irgendwann unter Artenschutz stellen müssen“, bot der Vize einen Einblick in die „Landwirtschaft 4.0“ im digitalen Zeitalter.

Den Besuchern wünschte er „schöne Stunden, nette Gespräche, gutes Essen und öffnen Sie Ihr Portemonnaie zum Wohle Jülichs“. Dazu gab es gleich schon am Freitagabend Gelegenheit. Martin Schulz, Vize-Präsident des Lions Clubs Jülich Juliacum, bewarb auf der Bühne den Kauf des Lions-Adventskalenders mit der Krippe im „Grünen Haus“ als Motivbild zugunsten derer, „denen es nicht so gut geht“.

Ulrich Backhausen, Vorsitzender der Straßengemeinschaft „Kleine Rurstraße/Grünstraße“, stellte die 13. handbemalte Sammeltasse mit ökumenischem Motiv im Lutherjahr vor, die in limitierter Auflage zu haben ist. „Gut was auf die Ohren“ gab im Anschluss die 14-köpfige Coverband „It‘s Live“, die bis 23 Uhr handgemachte Musik vom Feinsten zum Besten gab. Mitten im Auftritt nahm Sängerin Isabella Ritz ein Mädchen mit auf die Bühne und ans Mikro, was dem Publikum an den Biertischen sehr gefiel.

„Das wird meiner“ war gelegentlich auf den Nummernschildern der insgesamt rund 100 Gebrauchtwagen in bestem Zustand auf dem Schlossplatz zu lesen. Den Erntedankcharakter veranschaulichte die IG „Historische Landmaschinen“ mit Traktoren-Oldtimern. Dazu zählte ein roter „Güldner G35“ aus dem Jahr 1968, der kleinste Schlepper aus dem Hause Güldner, ein „Hanomag R35“ mit wassergekühltem Viertakt-Vierzylinder-Reihenmotor oder ein Eicher „im schönen Originalzustand“ aus 1959.

„Es ist natürlich schwierig, solche Fahrzeuge zu bekommen“, betonten die Ansprechpartner Sebastian Greven und Simon Roltz. „Der Schlepper war ein Leben lang im Einsatz bei einem Rüdesheimer Winzer“, gab Roltz gerne einen Einblick – mit leicht verklärtem Blick.

80 Anbieter

Im vergangenen Jahr hatten die beiden Oldtimer-Fans zu Demonstrationszwecken den einen oder anderen Trecker angelassen. Wegen vermehrter Beschwerden wegen des „Gestanks“ verzichteten sie diesmal darauf. Im angehängten Planwagen des Schleppers tranken drei älteren Herren aus der IG am Samstagmorgen erst mal in aller Ruhe ihren morgendlichen Kaffee.

Auf Heuballen und einem kleinen „Gabentisch“ der Interessengemeinschaft waren Getreide, Obst und Gemüse ausgebreitet. Kürbisarrangements waren zudem vor der Bühne und im bunten Treiben der rund 80 Anbieter im Stadtkern zu sehen, erwähnenswert ist ein sehr schöner Erntewagen um ein Hexenturmmotiv in der Kleinen Rurstraße. Vom Oldie über Rock und Pop bis zum Partysong reichte das musikalische Rahmenprogramm mit den Bands „Dukes of Brass“ und Schachmatt.

Die Besucher zeigten sich sehr angetan und zum Teil verwundert darüber, in Jülich „so gute Musiker zu haben“. Kinderanimationen und Fahrgeschäfte, ein Kindersachenflohmarkt, ein Büchereiflohmarkt und natürlich der verkaufsoffene Sonntag rundeten das Erntedankfest der Werbegemeinschaft bei „Hollandwetter“ ab. Trotz „phänomenaler Stimmung“ auf der Bühne gab es am Samstag Besuchereinbußen.

Auch die als Open-Air-Veranstaltung geplante Erntedankmesse musste in die Propsteikirche verlegt werden. Dauerhaft konnte das Wetter die Besucher aber nicht schocken. Trotz mäßiger Witterung war die Innenstadt am Sonntag gut besucht.

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