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„Wettbewerb für Zupforchester“: Pflichtaufgabe glanzvoll bewältigt

Von: ptj
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Herausragender Beitrag: Das Grenzlandzupforchester Aachen sieht sich nach seiner persönlichen „Standortbestimmung“ auf einem der ersten Plätze. Foto: Jagodzinska

Jülich. Ein besonderer Reiz prägte den zweiten Tag des „Wettbewerbs für Zupforchester“ im Bund Deutscher Zupfmusiker (BDZ) mit „wunderbarem Publikum“. Mit der Teilnahme von vier Zupfensembles der Kategorie A trat das Messen der Spielqualitäten und der Interpretation der Literatur weiter in den Vordergrund. Denn A-Orchester müssen eines der beiden vorgegebenen Wahlpflichtstücke in ihr Repertoire einbinden.

Zur Wahl standen hier die „Suite Campesina“ von Sebastian Paci oder die ersten beiden Sätze aus „Sadoc“ von Juan Carlos Muos. Drei Orchester wählten letzteres, zwei von ihnen spielten alle vier Sätze.

Worum geht es in diesem anspruchsvollen Stück? Im Eingang einer kleinen Kirche in einem südfranzösischen Dorf steht der Satz: „Cet endroit est terrible“ (Dieser Ort ist furchtbar). Dementsprechend ist der erste Satz mysteriös, drängend und kraftvoll gestaltet. Der schlichte zweite Satz „Colombe, ballade“, geprägt von mittelalterlichen Harmonien, ist den Spuren der Tempelritter in der geheimnisvollen Gegend gewidmet.

Der dritte Satz behandelt den „Maître de Justice“ (Justizmeister). Ein armer Priester findet Pergamente, die an eine Schatzkarte erinnern, und wird sehr reich. Geheimnisvoll gestaltet sich der vierte und letzte Satz „Le jardin de Béthanie“ (Der Garten von Bethanien), der womöglich diesen Schatz birgt.

Mit „hervorragendem Erfolg“ belegten das Mülheimer Zupforchester unter Leitung von Dominik Hackner und das Grenzland-zupforchester Aachen den ersten Platz. Die Zupfer aus dem Ruhrgebiet spielten zudem die effektvolle „Tanzsuite op. 21 Nr. 2“ von Takashi Kubota und überzeugten mit diesem Repertoire die Jury, wie beim Deutschen Orchesterwettbewerb 2016.

Erstklassiger Vortrag

Herausragend präsentierten sich auch die Grenzlandzupfer aus Aachen, deren Dirigent Josef Wieland sich nach dem erstklassigen Vortrag mit einen hörbaren „Puh“ den Schweiß von der Stirn wischte. Das Ensemble interpretierte außerdem das sehr rhythmische Konzertstück „Capriccio“ von Daniel Huschert mit eingängiger Thematik und den ersten Satz im Tempo „Allegro“ der „Sinfonia G-Dur“ von Matthias G. Monn.

In der Kategorie C2 erhielt das Jugendzupforchester der Musikschule Hannover mit 24 Punkten den ersten Preis. Das Ensemble wird von Viola Beck geleitet, die am Vortag ebenfalls das Kinder-zupforchester der Musikschule zu einem der ersten Plätze geführt hatte.

Zum Repertoire der jugendlichen Zupfer zählte ebenfalls eine ausdrucksstarke und von modernen Spieltechniken durchsetzte Komposition eines Japaners, nämlich „The Song of the Japanese Autumn“ von Yasuo Kuwahara, die den Kampf der Bauern im Frühherbst gegen die Zeit beschreibt, und die „Sonata Nr. 3“ von Valentin Roeser.

Prunkstück im Repertoire des zweitplatzierten Jugendzupforchester des Mandolinenorchesters Hennef-Kurscheid war die „Barock-Suite“ von Ernst Ludwig Landgraf von Hessen. Das Ensemble, das seine Konzertkleidung mit passenden Augenmasken schmückte, spielte den gefälligen barocken Eröffnungssatz und drei von sieben Tänzen der Suite, eine Gigue, ein Menuett und einen Marsch. Zusammengefasst erwies sich das zweitägige Großevent logistisch und musikalisch als bestens gelungen und verlangt nach einer Wiederholung.

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