Werden in Linnichs Zukunft 18 Millionen Euro investiert?

Von: Otto Jonel
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Die Rurstraße in Linnich mit den angrenzenden Bereichen ist im Gestaltungskonzept des IHK eine der Kernaufgaben. Foto: Jonel

Linnich. Die Katze ist aus dem Sack – und sie ist größer, als vermutet. Im Finanz- und Personalausschuss kamen am Dienstag Abend die Zahlen auf den Tisch, die hinter dem Integrierten Handlungskonzept (IHK) stehen. Die „schöne neue Welt“, in die Linnich aufbrechen möchte, hat ihren Preis – und der ließ die Stadtverordneten schlucken.

18,3 Millionen Euro schwer ist das Gesamtpaket an Struktur- und Gestaltungsmaßnahmen, das in einer Vielzahl von Arbeitskreissitzungen und etlichen Veranstaltungen der Bürgerbeteiligung geschnürt wurde. Beantragt wird eine Förderung in Höhe von 9,9 Millionen Euro. An Finanzmitteln Dritter werden bescheidene 200.000 Euro erwartet. Bleibt ein Anteil von 8,1 Millionen Euro, die die Stadt Linnich schultern müsste.

Jan Siebenmorgen vom Aachener Planungsbüro MWM und mittlerweile Linnich-Experte, nahm der atemberaubenden Summe ein wenig ihrer Größe. Die Maßnahmen des Struktur- und Gestaltungsplanes würden über einen Zeitraum von etwa acht Jahren umgesetzt. „Also können Sie von einem Eigenanteil von einer Million Euro pro Jahr ausgehen.“ Hartmut Mandelartz (PKL) hatte die Kernfrage sofort auf den Lippen: „Eine Million pro Jahr – wie kriegen wir das ohne Steuererhöhung hin?“

Diese Frage zu beantworten, hat der Kämmerer genau eine Woche Zeit. Am Dienstag, 10. November, soll dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt ein Ablauf-Kosten-Plan vorliegen, der die Grundlage der endgültigen Entscheidung über das IHK bildet.

Der Löwenanteil der Gesamtkosten entfällt auf den Bereich Ordnungsmaßnahmen. Darunter fasst die Städtebauförderung alle Maßnahmen der Bodenordnung, der Freilegung von Grundstücken und zu guter Letzt die Erschließung mit Verkehrs- und Freianlagen. Hier sind alle Veränderung von der Rurdorfer Straße über den Innenstadt-Kreisel Kirsch-/Löffelstraße/Altwyk bis hinab zur Rurbrücke auf der Rurstraße sowie Altermarkt, Mäusgasse und die Promenaden enthalten.

Eine nicht nur räumlich (ge)wichtige Rolle spielt dabei natürlich die Umgestaltung des Place de Lesquin und die Entwicklung der „Neuen Mitte“ Linnichs. 13,64 Millionen Euro sind an Gesamtkosten veranschlagt. Eigenanteil der Stadt: 5,38 Millionen Euro. In diesem Paket verstecken sich allerdings auch Unwägbarkeiten, auf die Hans-Friedrich Oetjen (SPD) hinwies. Bei allen Gestaltungseingriffen in Straßen wie Landes-, Bundes- oder Kreisstraßen müsse die Stadt davon ausgehen, dass sie die Kosten übernehmen müsse. „Es ist illusorisch zu glauben, dass der Straßenbaulastträger bereit ist, uns Zuschüsse zu gewähren.“

Ein „Stolperstein“ scheint sich indes als unproblematisch zu erweisen. Die Bindungsfristen für einst geförderte Maßnahmen wie die Gestaltung des Linnicher Promenadenrings laufen in einigen Jahren aus. Würde dort vor dem Ende der Bindungsfrist – üblicherweise 25 Jahre – Hand angelegt, müssten eventuelle Fördermittel zurückgezahlt werden.

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