Aldenhoven - Werden drei Aldenhovener Sportplätze geschlossen?

Werden drei Aldenhovener Sportplätze geschlossen?

Von: Arnold Greven
Letzte Aktualisierung:
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Sportplatz und Sportheim der Amicitia in Schleiden werden in die Überlegungen über mögliche Schließungen einbezogen. Für den Verein und das dörfliche Leben wäre es ein bedeutender Einschnitt. Foto: Greven
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Mario Joder, Vorsitzender des SC Amicitia Schleiden. Foto: Greven
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Heinz-Jürgen Brehm, Teutonia Niedermerz. Foto: Greven

Aldenhoven. Lang, lang ist‘s her, die „gute alte Zeit“ der Gemeinde Aldenhoven, als ihre Finanzlage noch so gut war, dass sie ihre Vereine nach Kräften finanziell unterstützen konnte. Nun lässt es die Finanzsituation der Gemeinde nicht mehr zu, dies in Euro zum Ausdruck zu bringen.

Wenn es nach den Vorstellungen der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) geht, dann besteht in der Stärkungspakt-Kommune ein Überangebot von drei Sportplätzen, die zur Disposition stehen.

In sechs Orten unterhält die Kommune insgesamt neun Sportplätze, die den fünf Fußballsport treibenden Vereinen zur Verfügung stehen. Die Prüfungsanstalt des Landes, die sich schon mehrfach mit der Aldenhovener Finanzsituation befasst und Ansatzpunkte für deren Verbesserung von sich gegeben hat, hat schon vor einigen Jahren die Sportstätten in ihre Sanierungsüberlegungen einbezogen.

Einen entsprechenden Beschluss zur Aufnahme in den Sanierungsplan hat der Gemeinderat bereits im November 2014 beschlossen. Anhand eines erprobten Berechnungskonzepts unter Berücksichtigung der Größe der Gemeinde, der Anzahl der in den Vereinen vorhandenen Mannschaften, der Lage der Sportstätten, der Entfernungen zueinander und der Mobilität der Nutzer hat die GPA der Gemeinde ein Sportstättenkonzept unterbreitet, in dem das erwähnte Überangebot von drei Sportstätten festgestellt und dringend empfohlen wird, drei Fußballplätze zur Disposition zu stellen.

Hierbei wurden insbesondere auch der demografische Wandel und das abnehmende Interesse der Jugend am Fußballsport mit einbezogen.

Im Zuge der Haushaltsberatungen Anfang Dezember 2015 haben die Ratsfraktionen dieses Sportstättenkonzept erneut thematisiert. Den Fraktionen waren diese Vorgaben nicht neu. Sie waren schon vor der letzten Kommunalwahl im Zuge des Sanierungskonzepts diskutiert worden; denn als Stärkungspaktkommune ist die Gemeinde Aldenhoven gesetzlich verpflichtet, alle möglichen Einsparmöglichkeiten auszuschöpfen, um den vorgeschriebenen Haushaltsausgleich zu erreichen. Diese Informationen sowie die Datengrundlage der Analyse und das Berechnungsverfahren wurden den Vertretern aller Fußballvereine in der Sitzung Mitte Januar vorgestellt.

Bürgermeister Claßen hat dabei nochmals auf die haushaltsbezogenen Gründe und den entsprechenden Ratsbeschluss hingewiesen und insbesondere darauf abgestellt, dass erst nach einem nun folgenden Beurteilungs- und Diskussionsprozess die Entscheidung über mögliche Platzschließungen vorbereitet und getroffen werden.

Dazu ist der Rat in seiner Sitzung am 18. Februar – in nichtöffentlicher Sitzung – dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, eine Projektgruppe einzusetzen, die sich in der Folge mit der Thematik beschäftigen wird und die bei Bedarf die jeweils betroffenen Vereine in die Beratungen einbinden wird.

Ziel der Projektgruppe ist unter Beachtung der GPA-Vorschläge einerseits die bedarfsgerechte Ausstattung der Gemeinde mit Sportplätzen und andererseits die Realisierung ausreichender Einsparpotenziale.

Dem Rat obliegt anschließend die Entscheidung, welche Sportstätten eingespart werden sollen. Vorgeschlagen sind zunächst die Schließungen in Dürboslar, Niedermerz und Schleiden. In den Fraktionen und mit den Vertretungen der Sportvereine sind die Probleme schon besprochen worden. Verständlich, dass jeder „Ortsfürst“ und jeder Vereinsobere seine Sportstätte behalten möchte. Man wird auch sicherlich nach Alternativen suchen. Eine solche wäre eine abermalige Anhebung der Grundsteuer B.

Die Berechnungen der Gemeindeprüfungsanstalt haben nach dem Sanierungsplan für die drei zur Schließung vorgesehenen Sportplätze und Sportheime ein Einsparpotenzial von jährlich 70000 Euro an Unterhaltskosten ergeben. Diese würden einer Erhöhung der Grundsteuer um weitere 17,5 Prozentpunkte entsprechen. Für 2016 wurde der Steuer-Hebesatz jüngst von 635 auf 850 Punkte angehoben. Noch nicht berücksichtigt sind dabei die möglichen Einmalerlöse aus einer nachfolgenden Vermarktung der Sportplätze sowie der daraus laufend zu erzielenden Grundsteuereinnahmen.

Mit all diesen Aspekten wird sich also zunächst das Gremium der Gemeinde Aldenhoven befassen, das dem Rat dann Entscheidungsvorschläge unterbreiten wird.

Das sagen die Klubs

Die Verantwortlichen der Sportvereine, deren Spielstätten akut gefährdet scheinen, wurden von unserer Redaktion um ihre Stellungnahme gebeten. Die Meinungen sind sehr eindeutig. So sagt Mario Joder, Vorsitzender des SC Amicitia Schleiden: „Bei allem Verständnis für die Finanzlage der Gemeinde würden wir eine Schließung nicht ohne Weiteres hinnehmen. Die Mitgliederzahlen sowie die Anzahl der Mannschaften, die die GPA zugrunde gelegt hat, stimmen heute so nicht mehr. Wir haben neben der Seniorenmannschaft sechs Jugendteams; in der kommenden Saison werden es sieben sein. Das wäre ein Jammer, wenn durch eine Sportplatzschließung die hervorragende Jugendarbeit zunichte gemacht würde.“

Heinz-Jürgen Brehm, Vorsitzender des SV Teutonia Niedermerz: „Wir nehmen zwar zurzeit nicht am Spielbetrieb teil, sind aber zuversichtlich, dass wir diesen bald wieder aufnehmen. In den letzten Jahren hat sich die Einwohnerzahl unseres Ortes deutlich erhöht. Besonders die Vielzahl der Kinder drängt uns dazu, die Tore zum Sportplatz wieder zu öffnen.“

Arnold Sevenich, Vereinswirt des FC Germania Dürboslar: Mit der Schließung des Sportplatzes würde die Vereinsarbeit zunichte gemacht.“

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