Werbekampagne für die Strauobstwiese

Von: jago
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Beim Informationsabend der „Biologischen Station im Kreis Düren“ zu Streuobstwiesen im Nordkreis referierten Lothar Gerhards und Alexandra Schieweling. Zusätzlich zur geistigen Nahrung konnten die Besucher den Geschmack alter Apfelsorten neu entdecken. Foto: Jagodzinska

Müntz. Gemeinsam mit der Biologischen Station im Kreis Düren hat der Kreis Düren ein Projekt zur Verbesserung der Lebensräume im Bereich der Malefinkbachniederung und in dessen Umfeld initiiert. Beim hierzu im Bürgerhaus Müntz angebotenen Informationsabend zeigten sich Ortsvorsteher Ulrich Goebbels und Bürgermeister Jürgen Frantzen sehr angetan von der Initiative.

In seiner Begrüßung dankte Frantzen den Organisatoren, dass sie mit diesem im Süden des Kreises bereits erfolgreichen Projekt nun auch in den Nordkreis kämen. Nicht zuletzt erinnerte er an das Vorhandensein attraktiver Landschaftsbestandteile, die allzu gern vergessen würden, und an bestehende wertvolle Nischen, die ausgebaut werden könnten.

Zur Verdeutlichung stellte Lothar Gerhards, Mitarbeiter der Biologischen Station, den knapp 30 Besuchern die Historie und die Gegenwart der Rahmenbedingungen zur Landschaftsplanung vergleichend vor und zeigte die daraus resultierenden Möglichkeiten für die Zukunft auf. Der Landschaftsentwicklungsplan solle als Chance für die Region gesehen werden, die wertvollen Strukturen im Streuobstwiesenbestand zu erhalten und zu verbessern, lautete sein Fazit aus der Analyse der Fakten. Konkret genannt wurden die Bereiche Pflege Altobstbestände, Neuanpflanzungen, Obstbaumwarte ausbilden, private Initiativen stützen, Vernetzung mit Kompetenznetzwerk und Maßnahmen zum Grünlanderhalt.

Die Unterstützung durch den Kreis Düren soll laut Gerhards über das Leader-Regionalmanagement definiert werden.

Anschließend verdeutlichte die wissenschaftliche Mitarbeiterin Alexandra Schieweling die Arbeit der Biologischen Station Düren, die bereits seit 1997 als gemeinnütziger Verein für den Naturschutz aktiv ist. Insbesondere gilt das Augenmerk der Betreuung von Naturschutz und FFH-Gebieten (= nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien ausgewiesene Gebiete), Öffentlichkeitsarbeit, Pflegemaßnahmen, Umweltbildung und die Beratung von Landwirten im Rahmen des Vertragsnaturschutzes.

Der Hauptaspekt des Vortrags lag jedoch auf einem Einblick in den Themenkreis „Ökologie und Bedeutung von Streuobstwiesen“. „Der Lebensraum Streuobstwiese ist ein faszinierendes Biotop mit vielen Tieren und besonders leckerem Obst, das zudem jedes Jahr anders schmeckt“, kennzeichnete sie mit spürbarer Begeisterung für heimische Obstsorten die Lebensräume, die in Form von Wiesen und Weiden auch im Nordkreis im Randbereich der Ortschaften Hompesch, Müntz, Hasselsweiler, Hottorf, Ralshoven und Gevelsdorf vorhanden sind.

Kurz angesprochen wurde in diesem Zusammenhang die Bedeutung des Steinkauzes als Leitart der hiesigen Streuobstwiesen.

Warum überhaupt alte Sorten? Eine berechtigte Frage, die die Umweltschützer überzeugend zu beantworten wussten: „Es ist erwiesen, dass diese deutlich verträglicher und selbst für Apfel-Allergiker geeignet sind.“ Dass das Projekt sich nun dem Dürener Nordkreis zuwendet, liegt an der „bemerkenswert hohen Zahl von Wiesen, die allerdings oft in einem schlechten Zustand sind“.

In der abschließenden Fragrunde erfuhren die Besucher beispielsweise, dass die Rundum-Randbepflanzung einer Wiese mit Obstbäumen aus dieser keine förderungswürdige Streuobstwiese macht. Erforderlich sei vielmehr eine flächige Ausbreitung. Ein zusätzliches Angebot der Bio-Station ist die preiswerte Sammelbestellung von Obstgehölzen im Herbst.

Gerne in Anspruch genommen wurde beim Informationsabend das Angebot, heimische Apfelsorten wie den Rheinischen Winterrambur, Jakob Lebel oder das Doppelte Aachener Hausäpfelchen und frisch gepressten Apfelsaft zu probieren.

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