Jülich - Wenn Gewalt und Brutalität regieren

Wenn Gewalt und Brutalität regieren

Von: ptj
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„Anti-Gewalt-Tag” an der Realschule Jülich: Die Theateraufführung „Tatverdächtige” mit der Steimel-Menscher-Theatergruppe. Foto: Jagodzinska

Jülich. Ermutigt durch die guten Erfahrungen mit dem Theaterprojekt zur Gewaltprävention vor zwei Jahren, führt die Realschule Jülich ein solches in ausgedehnter Form im Zweijahresturnus fort. So fanden zum „Anti-Gewalt-Tag” drei verschiedene Aufführungen mit anschließender Aufarbeitung statt.

Im Foyer der Schule spielte das Theaterensemble „radiks” für die Jahrgangsstufen 9 und 10 die Geschichte eines Amoklaufs: „Und dann kam Alex”: Im letzten Moment hält ein Schrei Alex von seiner Absicht ab, sich mit einer Pistole das Leben zu nehmen.

Sprachlosigkeit und Ignoranz prägen

In einem Rückblick zeigte das junge Ensemble die von Sprachlosigkeit und Ignoranz geprägten Stationen seines Lebens, in denen Alex zunächst Vernachlässigungsopfer seiner Eltern, dann Mobbingopfer im Freundeskreis seiner großen Liebe Jeanette ist. Alex lässt sich zu einer Straftat hinreißen, die heimlich gefilmt und per Handy verschickt wird. Die Aufzeichnung landet bei der Schulleitung, die Situation eskaliert.

Stark im Konflikt

Die Klassen 7 und 8 kamen im Anschluss in den Genuss des Theaterstücks „Tatverdächtige” mit der Steimel-Menschner-Gruppe und ihrem Projekt „Stark im Konflikt”. Im Zuschauerraum der Stadthalle spielte das fünfköpfige Ensemble auf und vor Tischtennisplatten, mit räumlichen Abstand zueinander, einige unzusammenhängende Szenen aus einem breit gefächerten Themengebiet: So gibt Ronni die von seinem Vater erfahrene Gewalt an andere weiter. Olaf, dessen Vater nur noch an Geburtstagen anruft, wird später als „Schwuchtel” verbal niedergemacht. Esra, deren arbeitswütige Mutter keine Zeit mehr für ihre Tochter hat, wird später als „fette Sau” verfolgt.

Ein Schülertraining mit den Schauspielern in der Klasse befasste sich sodann mit alltagstauglichen, praxisnahen Verhaltensinitiativen bei verbalen und körperlichen Angriffen. Die von den Schülern im Klassenverband gespielten Szenen wurden beschrieben und reflektiert. Für die Klassen 5 und 6 schloss sich indessen in der Stadthalle das Stück „R@usgemobbt” an, mit der Kölner Theatergruppe „Comic on”. Hier ist Schulneuling Nik Protagonist. An Freundesstatt schafft er sich einen virtuellen Avatar. Nik wird immer häufiger von Mitschülern bedrängt und beraubt. Die gemeinen Aktionen werden per Handy gefilmt. Die Situation spitzt sich zu, als Nik eines Tages die geforderte Geldsumme nicht mehr zahlen kann...
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