Wenn eine Freundschaft schon Goldjubiläum feiert

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Jülich. Im April 2011 erklärten die Vereinten Nationen den 30. Juli zum Internationalen Tag der Freundschaft. Wir nehmen dieses Datum zum Anlass und stellen eine langjährige Freundschaft in Jülich vor. Peter Sußmann, Helmut Vonderbank, Erich Engelbrecht und Remo Koll sind im 51. Jahr.

Damit ist nicht ihr Alter gemeint. Seit einem halben Jahrhundert verbindet die Männer eine enge Freundschaft. Eigentlich hätten sie im vergangenen Jahr Goldene Hochzeit feiern können, sagt Vonderbank und lacht.

Sie stehen füreinander ein und feiern zusammen. Gibt es keine Streitigkeiten untereinander? Engelbrecht schüttelt den Kopf. Meinungsverschiedenheiten gebe es schon, Streit aber nie. Er sucht eine Erklärung, überlegt, sagt dann einen Satz, dem alle zustimmen: „Wir sind zusammen erwachsen geworden“.

Helmut Vonderbank und Peter Sußmann kennen sich von Kindesbeinen an. Beide sind im Heckfeld aufgewachsen, wohnten in der Nachbarschaft, besuchten gemeinsam die Promenadenschule und die weiterführende Schule in der Düsseldorferstraße, bis zu ihrer Entlassung 1963.

Der dritte im Bunde, Erich Engelbrecht, zog 1964 von Spiel nach Jülich, war neu in der Stadt. Er spielte mit seinem Bruder auf der Straße Fußball, als Sußmann und Vonderbank vorbeikamen und sich spontan anschlossen. Nun war man zu dritt. Die drei kickten nicht nur auf der Straße, sondern auch im Roncallihaus. Beim Turnier trafen sie auf Remo Koll, das Kleeblatt war komplett.

Dann begann die Sturm und Drang Zeit und mit ihr der Besuch von Beatbällen und Kirmessen. Livemusik im Stil der Beatles gab es in jedem Dorf, erzählen die Männer heute über die 60er Jahre im Jülicher Land. Sogar die Lords seien im Victoriasaal in der Grünstraße aufgetreten.

Oft ging man zu Fuß, manchmal leisteten sie sich ein Taxi. Der kleine Luxus wäre ihnen fast zum Verhängnis geworden. Auf einer Fahrt nach Kirchberg verlor der Taxifahrer die Kontrolle über sein Auto. Die Folge: Ein schwerer Unfall. Die Jülicher Jungs krabbelten unversehrt aus dem Fahrzeug. Ein Schutzengel muss ihnen zur Seite gestanden haben, wenn nicht gleich mehrere.

Fast gleichzeitig lernten die vier ihre Frauen im Tanzlokal „Zum goldenen Schlüssel“ in Aldenhoven kennen. Engelbrecht war der erste, die anderen zogen schnell nach. Die Jungs integrierten die Freundinnen in ihren Bund, Kinder kamen auf die Welt, die Familien wuchsen zusammen.

Die Verbindungen sind bis heute fest und mehrgleisig. So gründeten die Männer einen Kegelclub, sind in der Schützenbruderschaft St. Rochus und der Karnevalsgesellschaft Herzogstädter aktiv.

Alle Geburtstage werden gemeinsam gefeiert, selbstverständlich besuchen sich alle gegenseitig. „Eine Einladung brauchen wir nicht“, sagt Vonderbank und deutlich wird die Vertrautheit. Gerne sind die Familien in geselliger Runde beisammen, aber – und das macht ihre langjährige Freundschaft auch aus – helfen sie sich, wenn Not am Mann ist. Peter Sußmann sagt klar: „Ein kurzer Anruf reicht und wir sind da“.

Zum 50-jährigen Freundschafts-Jubiläum reiste das Kleeblatt nach Zell an der Mosel. Kurzerhand fassten alle den Entschluss: Weil einmal gleich keinmal ist, wird der Ausflug jedes Jahr wiederholt.

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