Wenn ein Lügner die Wahrheit sagt

Von: Björn Wickmann
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Eine Szene aus Oscar Wildes „Bunbury”: Zahlreiche Hürden mussten die beiden Hauptfiguren John Worthing und Algernon Moncrieff überwinden, um ihre Angebeteten, Gwendolyn und Cecily, heiraten zu dürfen. Foto: Wickmann

Barmen. Minutenlanger Applaus in der Aula des Gymnasiums Haus Overbach für ide Darsteller von „Bunbury”. In der Komödie, die Oscar Wilde 1894 schrieb und die jetzt vom Literaturkurs „Absurdistan” aufgeführt wurde, geht es um die Irrungen und Wirrungen, die vier junge Menschen auf dem Weg zur wahren Liebe durchleben.

Wilde parodiert in seinem Stück die Damen und Herren der englischen Oberschicht, die auf Kosten der einfachen Menschen ein Luxusleben führen.

Unter der Leitung von Literaturkursleiter Henning Achenbach hatten die Schüler aus mehreren Lektüren „Bunbury” ausgewählt. „Die Rollenverteilung hatten die Schüler sehr schnell unter sich ausgemacht. Sie haben sich dann mit viel Elan in ihre Aufgabe gestürtzt” freute sich Achenbach.

In den Hauptrollen, die angesehenen Junggesellen John Worthing und Algernon Moncrieff, glänzten Thomas Pörner und Phillip Czichowski.

Die Handlung: Da die beiden Protagonisten wei ausgesprochene Lebemänner sind, erfinden sie einen imaginären Freund und einen Bruder, um sich unerkannt unter das Volk mischen zu können.

Als John Worthing wieder in der Rolle seines Bruders Ernest unterwegs ist, verliebt er sich Hals über Kopf in Algernons Cousine Gwendolen Fairfax, gespielt von Mirjam de Laak. Sie nimmt seinen Heiratsantrag sofort an, da sie es als ihr Lebensziel ansieht, einen Mann namens Ernest zu heiraten.

Als nun zu allem Unglück Algernon das Landhaus von John betritt und sich in dessen Mündel Cecily verliebt, gibt er ihr gegenüber an, er sei Johns Bruder Ernest. Sie steht diesem Namen ebenso positiv gegenüber wie Gwendolen und so ist der Grundstein gelegt, der für einige Verwirrung sorgen wird.

Erste Probleme gibt es, als Algernons extrem dominante Tante Augusta Bracknell, gespielt von Julia Conens, auftaucht. Sie will ihre Tochter Gwendolen nur standesgemäß verheiraten und weist Johns Antrag zurück, als sie erfährt, dass er Vollwaise ist und als Säugling in einer Reisetasche in der Londoner Victoria-Station gefunden wurde. Der Hochzeit von Algernon und Cecily stimmt sie hingegen sofort zu, da diese über ein ansehnliches Vermögen verfügt.

John reagiert auf diese Ungerechtigkeit, indem er Augusta mitteilt, er gebe seinem Mündel Cecily nur die Zustimmung zur Hochzeit mit Algernon, wenn er doch Gwendolen heiraten darf.

Zwischen all den hitzigen Charakteren brillierte Florian Grün in der Rolle von John Worthings Butler.

Bei ihren Nachforschungen findet Tanta Augusta schließlich heraus, dass ausgerechnet Johns Haushälterin Miss Prism, eindrucksvoll gespielt von Lukas Klein, den Bruder von Algernon in einer Reisetasche auf dem Bahnsteig vergessen hat.

Dieser Säugling war John und ist somit Algernons älterer Bruder. Weiterhin kommt heraus, dass John nach seinem Vater Ernest John genannt wurde und sein Pseudonym tatsächlich sein Name ist.

So hatte er, ohne es zu ahnen, die ganzen Jahre hindurch die Wahrheit gesagt.

Zum Ende finden dann selbstverständlich doch alle Paare zusammen, auch wenn der Weg dorthin nicht ganz einfach war. Das Stück wird nochmals am Montag, 29.Juni, um 19 Uhr in der Aula des Gymnasiums aufgeführt. Der Eintritt kostet drei Euro. Der Vorverkauf findet im Sekretariat und an der Abendkasse statt.
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