Jülich - Wenn das Löschwasser zur Rutschbahn gefriert

Wenn das Löschwasser zur Rutschbahn gefriert

Von: ma.ho.
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Stadtbrandinspektor Udo Diß demonstriert unter anderem die Problematik eingefrorener Hydranten für die Feuerwehr. Foto: Horrig

Jülich. „Des einen Freud ist des anderen Leid”: Kinder freuen sich angesichts der weißen Winterpracht und der Minustemperaturen. Die Feuerwehren stehen für den Einsatzfall in dieser Zeit jedoch vor zahlreichen Problemen, auf die sich die Kameraden einstellen müssen. Nicht nur der Schneefall behindert die Arbeit der Wehren, sondern auch der strenge Frost der letzten Tage.

„Wir müssen uns stets den jeweiligen Wetterbedingen anpassen”, so Stadtbrandinspektor Udo Diß, Leiter der Feuerwehr Jülich. Die Löschfahrzeuge sind alle mit beheizten Wassertanks versehen, so dass zumindest ein erster Löschangriff gewährleistet ist.

Braucht die Wehr jedoch mehr Wasser und es herrscht starker Frost, lautet das oberste Gebot, den Wasserkreislauf in den ausgelegten Schläuchen stetig in Bewegung zu halten, damit das Wasser nicht gefriert. „Das ist dann der Knackpunkt, auf den wir unbedingt achten müssen.”

Ein gut ausgebautes Hydrantennetz ist zwar vorhanden, aber im Winter und bei extremen Frostlagen nicht immer sofort nutzbar. Starke Vereisung oder eine dicke und harte Schneeschicht machen die Wasserentnahme im Brandfalle extrem schwer.

Hydranten, die sich auf Bürgersteigen oder an Straßenrändern befinden, werden beim Räumen oft übersehen oder mit einer Schicht Schnee bedeckt. Das hat Folgen: Antauen und wieder Gefrieren verursacht eine Eisschicht überm Hydrantendeckel, was unter Umständen eine schnelle Wasserentnahme vielfach unmöglich macht und zu Verzögerungen bei der Brandbekämpfung führen kann.

Kontrollfahrten der Feuerwehr

Zum Glück unternimmt die Jülicher Feuerwehr auch Kontrollfahrten. Weiterhin sind Hydranten mit großen weißen, rot umrandeten Schildern gekennzeichnet. Das „H” steht für „Hydrant”, die Zahl dahinter gibt den Durchmesser des Wasserrohres in Millimetern an, auf das er aufgesetzt ist. Darunter wird die Entfernung in Metern angezeigt, ausgehend vom Standpunkt des Schildes.

Es lauern aber noch andere Schwierigkeiten im Winter, auf die sich die Feuerwehrleute einstellen müssen. Überrascht im Falle einer Alarmierung plötzlich ein Schneeschauer oder eine gefrorene Straße den freiwilligen Helfer, kann ein schnelles Erreichen des Feuerwehrhauses bei weiter entfernten Anfahrten zu einem recht aussichtslosen Unterfangen werden. Die Fahrten zum Einsatzort gestalten sich unter Umständen ebenfalls recht schwierig.

Weiterhin sind die Feuerwehrfrauen und -männer selber einigen zusätzlichen Problemen ausgesetzt. So werden sie häufig durch Löschwasser nass oder verlassen überhitzt den Einsatzort. Dann stehen sie durchnässt oder Schweiß gebadet in der klirrenden Kälte, was der eigenen Gesundheit nicht gerade förderlich ist. Hinzu kommt die Rutschgefahr durch überfrierendes Löschwasser.

„Zum Glück hatten wir in diesem Winter bisher aber keine größeren Probleme”, beruhigt der Jülicher Wehrleiter.
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