Weltoffen und lecker: Jülicher Fest der Kulturen

Von: Gerda Kròl
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Aus Chile stammt Familie Pohl, die mit Heimat-Spezialitäten zeigte
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Bunte Zöpfe auch für den Herren gab es beim Fest der Kulturen.

Jülich. Bunt, vielfältig, beschwingt, herzlich, weltoffen und lecker. Mit diesen Attributen kann man wohl am besten das 3. Fest der Kulturen beschreiben, das die Jülicher Innenstadt in einen internationalen Marktplatz verwandelte. Jülich – dieser Name steht nicht nur für eine historische Festungsstadt und moderne Forschungsstadt, er steht auch seit vielen Jahren für das friedliche Miteinander von über 100 verschiedenen Kulturen und Nationen.

So war es schon ein tolles Spektakel, als Kinder aus ganz verschiedenen Nationen die Besucher auf dem Markt in ihrer Sprache begrüßten. Trotz Regenwetters nutzten zahlreiche Gäste die Möglichkeit, sich „unter die Völker zu mischen“, zu sehen, fühlen, riechen und schmecken.

„Hier können sie eine Weltreise an einem Tag machen und vieles über die Kultur, Lebensgewohnheiten und Heimat der Menschen in Jülich erfahren“, erklärte Dezernentin Katarina Esser, deren Amt für Familie, Generation, Integration das Fest vorbereitet hatte.

Doch ihr Organisationsteam war nicht allein. Ihm zur Seite standen 30 Organisationen, Volksgruppen und auch Privatpersonen, die ihr Heimatland vorstellen wollten. Das Miteinander in Jülich ist mehr, als nur gemeinsam ein Fest zu feiern. Auch der Alltag funktioniert, wie zahlreiche Projekte beweisen. Darüber hinaus war von vielen ausländischen Bürgern zu hören: „Ich bin Jülicher. Ich fühle mich hier wohl und ich lebe gern hier.“

Sie alle hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, angefangen beim Verein Kultur ohne Grenzen, dem Integrationsrat der Stadt, den Kulturvereinen (tamilisch, russisch, chinesisch, türkisch oder marokkanisch). Der Internationale Club saß mit im Boot, der deutsch-russische Verein oder „Friends oft Scotland“ und der Sozialdienst katholischer Frauen.

„Jülich ist nicht nur weltoffen, es ist auch heimatverbunden“, sagten sich die Jülicher Mundartfreunde und beteiligten sich an einer Aktion des Internationalen Clubs. Er hatte zu einer Poesie-Lesung eingeladen. Den Tag über stellten verschiedene Länder ihre Literatur in ihrer Heimatsprache vor. Den Abschluss bildete ein Beitrag der Mundartfreunde in ihrer „Moddersproch“.

So spannte sich der bunte Bogen der Völkerverständigung rund um die Welt von den Osterinseln über Chile und Venezuela bis nach Schottland, die Philippinen, China, Kenia, Libanon und Marokko und anderen. Nicht minder bunt wie das Treiben an den rund 30 Ständen war das Geschehen auf der Bühne, das von vielen Künstlern und Künstlerinnen gestaltet und von Virginia Lisken moderiert wurde. Es war schön, die vielen Talente der Stadt einmal erleben zu dürfen. Von Tambor Axé, der Jülicher Sambagruppe, philippinischen Tänzerinnen, Franco Barranco als italienischer Schlagersänger und Modenschauen wurde einiges geboten.

Dann war da auch das Essen. Auf dem Kirchplatz und Markt duftete es nach exotischen Gewürzen, aromatischen Tees, frischem Obst und Süßigkeiten. Ohne Probleme konnte man sich einmal rund um die Welt futtern, angefangen von chilenischen Empanadas bis hin zu Frühlingsrollen und selbst gebackenem Kuchen. Bei den Mitwirkenden herrschte Einigkeit: „Wir wollen unser Heimatland und unsere Kultur vorstellen“.

Das sagten auch Mitglieder des Marokkanischen Kulturvereins, die in der Frankenstraße ein Kultur- und Gebetshaus betreiben. Literweise Pfefferminztee – das marokkanische Nationalgetränk – schenkten sie an diesem Tag aus und luden Passanten zu einem Besuch in ihrem Kulturhaus ein. Und so kamen alle ins Gespräch – Ziel erreicht!

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