Weltkriegsbombe legt Autobahnkreuz Jackerath lahm

Von: jan/jago/ptj
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Die Experten vom Kampfmittelräumdienst um Fritz Pütz (rechts) hatten sich für die Sprengung der Fliegerbombe bei Jackerath entschieden, weil der Zünder sich nicht entfernen ließ. Foto: Jagodzinska
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Nach der Sprengung steigen Wolken auf, die Gefahr durch den Blindgänger war in diesem Moment gebannt. Foto: Jagodzinska

Titz. Gegen 17 Uhr ging nichts mehr in Jackerath und um Jackerath herum. Eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg war bei Straßenarbeiten an der geplanten neuen Landstraße 19 zwischen Jackerath und Holzweiler gefunden worden.

Etwa 230 Menschen mussten evakuiert werden, bevor der Kampfmittelräumdienst die fünf Zentner schwere Bombe sprengte. Ein Entschärfen – bei Bombenfunden üblicherweise die erste Option – war den Experten zu risikoreich.

„Wir konnten den Zünder nicht entfernen. Deswegen haben wir uns zur Sprengung entschieden“, sagte Sprengmeister Fritz Pütz, der nicht zum ersten Mal im Jülicher Land im Einsatz war. Pütz hatte Ende des vergangenen Jahres eine Fliegerbombe in der Nähe des Jülicher Rathauses unschädlich gemacht – ohne Sprengung.

Gegen 17.20 Uhr kündeten ein Knall und eine große weiße Wolke von der erfolgreichen Sprengung. Anschließend konnten die Sperrungen aufgehoben werden, die Anlieger durften zurück nach Hause. Die Sprengung hatte sich nach Angaben des Titzer Beigeordneten Christian Canzler um 20 Minuten verzögert, weil sich noch Personen im Gefahrenbereich befunden haben sollen.

Der Fundort an der Straße Am Bahnhof ist rund 300 Meter entfernt von der Autobahn 61 und knapp 500 Meter vom Autobahnkreuz Jackerath. Beide mussten im Feierabendverkehr voll gesperrt werden, da der Kampfmittelräumdienst einen Sicherheitsabstand von 500 Metern rund um den Fundort beschlossen hatte. Rund um das Autobahndreieck kam es in allen Fahrtrichtungen zu Staus.

Nach 15 Uhr begannen Mitarbeiter der Gemeinde, der Feuerwehr und der Polizei im Rahmen der Amtshilfe für den Kampfmittelräumdienst, die Anlieger zu evakuieren. Mit einem Bus-Shuttle wurden sie ins Titzer Schulzentrum gebracht.

Wer die Fliegerbombe abgeworfen hat und wann und warum sie damals nicht explodiert ist, dazu konnte Pütz keine Angaben machen. Denn obwohl die Bombe erkennbar aus US-amerikanischer Produktion stammte, könnte sie auch von der britischen Luftwaffe abgeworfen worden sein. Die Waffensysteme der beiden deutschen Kriegsgegner waren kompatibel.

Bei vielen Jackerathern wurden Erinnerungen an 2012 wach. Damals war eine nicht detonierte Fliegerbombe auf der neuen Trasse der Autobahn gefunden worden. Auch damals musste ein Teil des Ortes evakuiert werden, auch damals wurde die Bombe gesprengt. „Wir hatten also noch Erfahrung. Der Einsatz ist fast reibungslos verlaufen, bis auf die kleine Zeitverzögerung“, sagte Canzler.

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