Wellpappenwerk in Lamersdorf droht erneut das Aus

Von: hfs
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Nur das Wetter ist besser: Im März 2013 wurde fürs Wellpappenwerk Insolvenz beantragt. Foto: Wolters

Lamersdorf. Für das Wellpappenwerk Lamersdorf ist erneut Insolvenz angemeldet worden. Nachdem erst im März 2013 durch die damalige Geschäftsführung wegen drohender Zahlungsunfähigkeit die Insolvenz angemeldet werden musste, tat nun auch der neue Besitzer des Wellpappenwerks, Dennis Degenhardt, diesen Schritt.

Als Geschäftsführer des unter WellVerpackt Lamersdorf firmierenden Unternehmens meldete er am 18. März Insolvenz an. Betroffen sind 46 Mitarbeiter.

„Wir versuchen, Lieferanten und Kunden weiter vom Unternehmen zu überzeugen“, sagte Prof. Dr. Martin Dreschers aus Aachen, der zum Insolvenzverwalter bestellt worden ist. Da die Auftragslage gut sei, ist er optimistisch, die Produktion aufrechtzuerhalten. Insgesamt, so Dreschers, würden jetzt noch 46 Mitarbeiter in Lamersdorf arbeiten.

Die erneute Schieflage sorgt nicht nur bei den Betroffenen für Gesprächsstoff, auch bei Insidern ist die erneute Insolvenz ein großes Thema. Hintergrund: Im Dezember 2013 ließ Dennis Degenhardt verlauten, seinen Firmensitz in Grevenbroich-Kapellen zu schließen. Das dortige Wellpappenwerk besteht seit 1957, zum damaligen Zeitpunkt arbeiteten dort 60 Mitarbeiter. Die, so hieß es damals, sollten künftig am Standort Lamersdorf beschäftigt werden. Daraufhin regte sich großer Protest in der Belegschaft, die, so heißt es weiter, für eine gewisse Zeit auch mit Firmenbussen nach Lamersdorf zur Arbeit gefahren wurden. Doch das schien der Firmenleitung auf Dauer zu teuer zu werden, sie nahm die Werksschließung in Kappelen wieder zurück. Umso überraschender nun das drohende Aus des Wellpappenwerks in Lamersdorf.

Das Werk erlebte in den letzten Jahren, nachdem der alte Besitzer Marx den Firmenkomplex an seinen Schwiegersohn Günther Nathaus übergeben hatte, unruhige Zeiten. Auch nach dem erneuten Wechsel auf den Enkel Peter Nathaus, der als Geschäftsführer im März letzten Jahres beim Amtsgericht Aachen den ersten Insolvenzantrag stellten musste. Zu der Zeit waren noch 74 Beschäftigte am Standort Lamersdorf tätig. Der damals als Insolvenzverwalter eingesetzte Dürener Rechtsanwalt Dr. Mark Boddenberg zeigte sich im März letzten Jahres optimistisch, die bereits 2010 begonnenen Umstrukturierungen im Werk zu einem guten Ende zu führen.

Bieterverfahren vor dem Verkauf

Angestrebt wurde zunächst eine Eigensanierung, auch wurde schon zu einem frühen Zeitpunkt des Insolvenzverfahrens an einen Verkauf gedacht. Der kam auch in einem Bieterverfahren mit mehrere Interessenten zustande.

Das Werk ging an die Firma Degenhardt Wellpappe. Mit der versuchte Indens Bürgermeister Ulrich Schuster nach Bekanntwerdung der erneuten finanziellen Schwierigkeiten Kontakt aufzunehmen. „Wir haben selbstverständlich direkt Rat und Hilfestellung angeboten. Bei denjenigen, die auf unsere Anrufe reagiert haben.“ Dazu gehörte der Insolvenzverwalter Dreschers, die Degenhardt-Gruppe habe nicht reagiert. Brennend interessiert die Gemeinde nämlich angebliche Äußerungen des neuen Besitzers, Teile von „WellVerpackt“ stünden auf verseuchtem Boden. Davon, so Schuster, sei überhaupt nichts bekannt. Fakt sei lediglich, dass ein zweiter Standort der Firma an der Goltsteinstraße in Lucherberg – dort wurde früher auch produziert – auf dem Gelände einer ehemaligen Brikettfabrik liege. Inwieweit Äußerungen zutreffen, die jetzige Schieflage sei auf noch ausstehende Zahlungen des Kaufpreises zurückzuführen, darauf gibt es keine Anworten.

Mehrere telefonische Anfragen der Redaktion bei Dennis Degenhardt blieben erfolglos.

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