Welle des Respekts gilt Jülicher Erdbeben-Helfer im Nepal

Von: Volker Uerlings
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Karl-Philipp Gawel (r.) war schon 2010 bei der Erdbebenkatastrophe in Haiti im Einsatz und berichtete an der Seite von DRK-Chef Uwe Palmen. Foto: Jagodzinska (Archiv)
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Nepal nach dem Erdbeben: einige tausend Opfer und die Suche nach Überlebenden inmitten der Zerstörung. Foto: DRK

Jülich. Ein Wort taucht besonders oft auf: Respekt. Auf unseren Bericht über die Reise des Jülichers Karl-Philipp Gawel zum Hilfseinsatz nach Nepal gab es viele Reaktionen.

Auch und vor allem im Netz und in den sozialen Medien wie auf der Facebook-Seite der Redaktion (AZ/AN Lokales Jülich). Darin kommt zum Ausdruck, dass im Angesicht einer Naturkatastrophe viele der eigenen Hilflosigkeit begegnen und Menschen, die helfen können, unsere Anerkennung gilt. Genau das trifft eben auf den Rot-Kreuz-Mann Karl-Philipp Gawel aus dem Stadtteil Stetternich zu: Er kann nun helfen. Die grundlegende Information vorweg: Der 38-Jährige ist am Dienstag wohlbehalten in Kathmandu angekommen.

Darüber informierte im Gespräch mit der Redaktion Uwe Palmen, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Jülich: „Wir haben die Rückmeldung von unserem Generalsekretariat Berlin erhalten, dass er planmäßig angekommen ist. Er ist jetzt dabei, sich vor Ort zu organisieren.“ Da ist Kommunikation alles. Karl Philipp Gawel hat zwar ein Satelliten-Telefon im Gepäck, werde sich aber zunächst ein Mobiltelefon mit lokaler Sim-Karte besorgen, um in Kathmandu einfach und sicher erreichbar zu sein.

Gawel ist nach Angaben von Uwe Palmen derzeit der einzige Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes im Katastrophengebiet. Er wird in Kontakt treten mit – wie es beim DRK heißt – den Auslandsdelegierten anderer Länder und vor allem dem Roten Kreuz Nepal.

Ein solcher Einsatz ist immer von Unwägbarkeiten geprägt. Die erste gab es gleich am Dienstag, denn anders als der Jülicher Helfer, der von Köln/Bonn nach Kathmandu gereist ist, konnte die Maschine mit den DRK-Hilfsgütern von Berlin-Schönefeld nicht starten. „Der Luftraum über Indien war gesperrt“, sagt Uwe Palmen, da die Kapazitäten am Airport in Nepal aufgrund vieler Hilfsflüge erschöpft gewesen seien.

Auf den Stetternicher, der die Hilfslogistik für das Rote Kreuz in Kathmandu koordinieren soll, kommen belastende Eindrücke zu: Die Unesco spricht von über 4300 Opfern, die das Erdbeben gefordert hat – mindestens. Die Infrastruktur in einem der ärmsten Länder Asiens war nie gut und ist jetzt massiv zerstört. Verletzte, Leid, Zerstörung – das muss man ertragen können. Karl-Philipp Gawel hat eine spezielle Ausbildung beim Deutschen Roten Kreuz absolviert.

Der Kriminalbeamte hat schon in den Katastrophengebieten Haiti und Indonesien mitgeholfen, ist also in gewisser Weise gewarnt. In den sozialen Medien gab es einige Fragen, wie man ein solcher Auslandshelfer wird. Karl-Philipp Gawel hat beim Jugendrotkreuz angefangen und sich später zum Rettungsassistenten ausbilden lassen.

„Er ist auch Rettungsdienst gefahren und hatte Kontakt mit belastenden Situationen“, sagt Kreisgeschäftsführer Uwe Palmen gegenüber der Redaktion. Um im Ausland helfen zu können, braucht man noch mehr Rüstzeug: eine Ausbildung, Berufserfahrung und gute Fremdsprachenkenntnisse. Dann hat man die Möglichkeit, sich über Trainings und Seminare speziell ausbilden zu lassen.

Neben dem Roten Kreuz gibt es in Jülich weitere Organisationen, die national und international helfen. Die Jülicher Malteser und das Technische Hilfswerk Jülich wünschen Karl-Philipp Gawel nur das Beste. Martina Geigenmüller (THW) sendet über die Redaktion eine Botschaft: „Unserem Kameraden vom DRK, Karl-Philipp Gawel, wünschen wir alles Gute für den bevorstehenden Einsatz! Komm gesund wieder!“ Dem kann sich wohl jeder anschließen.

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